02.02.2020 20:33 |

Jetzt Quarantäne

Coronavirus: Österreicher sicher in Wien gelandet

Sie sind endlich zurück in der Heimat: Gegen 20.30 Uhr am Sonntagabend landeten sieben Österreicher - sechs Evakuierte und Konsul Nikolai Herold - aus den Virusgebieten in Wuhan nach einer Zwischenetappe auf einem Militärflugplatz im Süden Frankreichs am Flughafen Wien-Schwechat. Die Heimkehrer wurden zur Erstversorgung in das Hygienezentrum der Stadt Wien gebracht, wo auch die Abstriche für die Virus-Tests erfolgen. Krankheitsfall war keiner bekannt, dennoch wird es eine 14-tägige Quarantäne geben. 20 Franzosen, die mit der selben Maschine wie die sieben Österreicher aus Wuhan nach Frankreich geflogen waren, haben indessen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus, wie am späten Abend bekannt wurde.

Die französische Maschine, die neben 282 Europäern auch die sieben Österreicher an Bord hatte, war am Sonntagnachmittag auf der Luftwaffenbasis Istres-Le Tube gelandet. Eine Hercules C-130 des österreichischen Bundesheeres übernahm anschließend den Weitertransport in die Heimat. Dieser verzögerte sich durch die Abwicklung in Frankreich jedoch deutlich.

Die Österreicher, die bisher keinerlei Symptome aufwiesen, kamen nach zahlreichen Verzögerungen dann gegen 20.30 Uhr von Frankreich kommend in Wien-Schwechat an, wie der Sprecher des Bundesheeres, Michael Bauer, auch via Twitter bestätigte.

Unter den sieben in Wien gelandeten Corona-Flüchtlingen aus Österreich befinden sich wie berichtet auch zwei besonders gefährdete Passagiere aus Niederösterreich: Eine schwangere Frau sowie ein sechsjähriges Mädchen. Die Heimkehrer wurden bei der Rückkehr von der Öffentlichkeit abgeschirmt und nicht über ein normales Terminal abgefertigt.

Video: Bundesheer-Maschine hebt in Linz zur Rückholaktion ab

Anschober: Kein Grund zur Panik, aber größte Vorsicht geboten
Es gebe keinen Grund zur Panik, aber man werde größte Aufmerksamkeit und Vorsicht walten lassen, kündigte Gesundheitsminister Anschober, der auch allen Mitwirkenden an der Rückführungsaktion, insbesondere dem Bundesheer, dem Flughafen Wien, der Berufsrettung sowie den Wiener Gesundheitsbehörden dankte, bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend an. Das gelte auch für die sieben Heimkehrer aus dem chinesischen Coronavirus-Epidemiegebiet Wuhan. Diese würden vorerst in das Wiener Hygieneinstitut gebracht und 14 Tage unter Quarantäne gestellt, bestätigte der Minister.

Heimkehrern stehen mindestens 14 Tage Quarantäne bevor
Sollten die Ergebnisse, die bis Montagmittag erwartet wurden, einen Nachweis des Coronavirus ergeben, würden die Betroffenen in die Isolierstation des Kaiser-Franz-Josef-Spitals gebracht. Ansonsten würden diese zumindest 14 Tage isoliert, ob im Hygieneinstitut oder anderen geeigneten Einrichtungen, würde bis Montagnachmittag entschieden, so die stellvertretende Landessanitätsdirektorin von Wien, Ursula Karnthaler.

Der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes, Michael Binder, betonte, man könne die bisher gesunden Heimkehrer innerhalb weniger Stunden auf den Coronavirus testen. Dies erfolge durch Abstriche im Hals- und Nasenbereich. Ist das Ergebnis positiv, werde man die betroffenen Personen sofort auf die Isolierstation verlegen. Ansonsten werden sie isoliert und überwacht und laufend auf mögliche Symptome untersucht. Für ihre Unterbringung gibt es laut dem Wiener Gesundheitsstadtrat Peter Hacker mehrere Möglichkeiten. „Mit 14 Tagen sind wir auf der sicheren Seite“, erklärte Binder den Zeitraum der Quarantäne.

Außenminister bedankt sich bei Mitarbeitern
Auch Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) dankte indessen in einer Stellungnahme den Mitarbeitern seines Ressorts. „Besondere Anerkennung gebührt unserem Konsul Nikolai Herold, der sich freiwillig in das Krisengebiet begeben hat, um die Österreicher und ihre Angehörigen direkt vor Ort zu betreuen und ihnen die Heimreise zu ermöglichen.“ Österreicherinnen und Österreicher, die im Ausland unverschuldet in Gefahrensituationen kommen, könnten sich darauf verlassen, „dass wir nichts unversucht lassen, Ihnen zu helfen“.

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) ergänzte: „Ich bin sehr froh, dass das Bundesheer unseren Landsleuten hilft. Hier zeigt sich wieder, dass jede Investition in das Bundesheer eine Investition in die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger ist.“

Wuhan-Rückkehrer in Frankreich mit Symptomen
Etwa 20 Passagiere, die mit dem selben Sonderflug wie die Österreicher aus Wuhan nach Frankreich zurückgekehrt sind, haben indessen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus. Es seien nun Tests geplant, teilte Gesundheitsministerin Agnes Buzyn am Sonntagabend in Paris mit. Die Passagiere waren Sonntag auf dem Militärflughafen Istres bei Marseille angekommen. Sie verblieben zunächst auf dem Rollfeld, sagte Buzyn. In der Maschine, die von Frankreich gechartert worden war, befanden sich gut 250 Passagiere, davon rund 64 Franzosen und sieben Österreicher. Ein Teil der Passagiere reiste weiter. In Frankreich sind bisher sechs Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt.

Todesfall auf den Philippinen, zwei Deutsche positiv getestet
Kurz vor dem Rückflug der Österreicher war am Sonntag bekannt geworden, dass auf den Philippinen eine Person nach der Infektion mit dem Coronavirus gestorben ist. Es handelt sich dabei um den ersten Todesfall außerhalb Chinas. In Deutschland wurden außerdem zwei China-Heimkehrer positiv auf das Virus getestet. Ein Video zeigt indes, wie China in nur wenigen Tagen ein ganzes Krankenhaus für neue Coronafälle aus dem Boden stampfte.

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