22.01.2020 19:46 |

Hit gegen Weißrussland

Heldenhaftem ÖHB-Team gelingt Historisches!

Österreichs Handball-Männer haben in buchstäblicher letzter Sekunde die Heim-EM auf Platz acht beendet und damit das beste ÖHB-EM-Endrundenergebnis der Geschichte geholt. Im letzten Spiel am Mittwoch rannte man gegen Weißrussland lange einem Rückstand nach, ehe im Finish die Wende gelang. Der 36:36-Ausgleich durch Nikola Bilyk drei Sekunden vor dem Ende brachte schließlich den entscheidenden Punkt.

Der bescherte Österreich in Hauptrundengruppe I Rang vier, und damit insgesamt Rang acht. Rang sieben war aufgrund der Ergebnisse in Hauptrundengruppe II nicht möglich.

Weißrussland zog davon
Das siebente Spiel innerhalb von 13 Tagen wurde zum angekündigten Abnützungskampf, beiden Teams war das kräftezehrende Turnier anzumerken. Österreich, das zu Beginn wieder mit seiner im Turnierverlauf bereits oft geforderten Einsergarnitur auftrat, fand in der Offensive nicht zur Form der ersten fünf Partien. Neben einigen schönen Aktionen leistete man sich zu viele technische Fehler und Fehlwürfe.

Zwei Chancen, sich um zwei Tore abzusetzen, blieben beim Stand von 7:6 (11.) bzw. 9:8 (15./letzte Führung im Spiel) ungenützt, die Weißrussen machten es besser. Das 17:13 in der 24. Minute brachte den ersten Vier-Tore-Vorsprung für die Osteuropäer, immerhin verschaffte sich Österreich mit dem 17:19-Pausenstand eine brauchbare Ausgangslage für die zweite Hälfte.

Bauer hielt Österreich im Spiel
Auch dort rannte man allerdings stets einem Rückstand hinterher. Rot-Weiß-Rot kam zwar mehrmals auf ein Tor heran, bekam aber nicht zuletzt die Offensivbemühungen des Gegners nicht in den Griff. Goalie Thomas Bauer, der in der 19. Minute für Thomas Eichberger gekommen war, verhinderte mit einigen Paraden zumindest Schlimmeres. Auch Tobias Wagner (unten im Bild) schoss wichtige Tore. Mit der 32:28-Führung legte Weißrussland in der 50. Minute schließlich wieder vier Tore vor. Vor allem Karalek (oben im Bild) war nicht zu halten.

Herzschlag-Finish
Das Finish hatte es dann aber noch in sich, Österreich dreieinhalb Minuten vor Schluss den Ausgleich auf der Hand. Robert Weber traf beim Siebenmeter nur die Innenstange, im Gegenzug stellten die Weißrussen auf 35:33. Nochmals arbeitete sich Österreich 27 Sekunden vor dem Ende auf 35:36 heran, Bauer (unten im Bild) hielt sein Team im Spiel. Im letzten Angriff übernahm Kapitän Bilyk Verantwortung und machte den Ausgleich perfekt.

Nikola Bilyk (Kapitän Österreich) war nach dem Spiel sehr glücklich: „Es ist wunderbar, was wir geschafft haben. Das ist jetzt schwer zu realisieren. Aber in ein paar Tagen wird das sehr positiv für uns sein. Ich bin stolz, was wir geleistet haben, wie wir uns präsentiert haben, welche Euphorie wir entfacht haben. Wir haben alles erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Ich habe nicht gezweifelt, dass wir es nicht schaffen können. Wir haben schon oft gezeigt, dass wir einen coolen Kopf bewahren können. Wir sind die meiste Zeit nachgelaufen, aber als es wichtig war, waren wir da.“

Unbedingter Wille
Robert Weber freute sich auch sehr über den historischen Punkt: „Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute hinten. Aber wir haben es geschafft, dranzubleiben und nicht aufzugeben. Das Unentschieden war nach der zweiten Halbzeit dann verdient. Wir wollten das ganze Spiel genießen und das Turnier unbedingt positiv beenden. Wir wollten eine bessere Platzierung als 2010, das wollten wir unbedingt erreichen.“

Ergebnis des vierten Hauptrundenspiels der österreichischen Handball-Männer bei der EM in Österreich, Schweden und Norwegen vom Mittwoch - Gruppe I:
Österreich - Weißrussland 36:36 (17:19)
Wr. Stadthalle. 
Tore AUT: Bilyk 7, Frimmel 6, Bozovic, Weber je 5, Zeiner 4, Wagner 3, Posch 2, Zivkovic, Jochmann, Hutecek, Santos.
Beste Werfer BLR: Wajlupau 12, Karalek 7.

krone Sport
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