22.01.2020 06:00 |

Debatte neu entflammt

Polit-Hickhack wegen Burkini und Kopftuch

Für heftige Debatten sorgte der Streit zwischen einer Nackten und einer Burkini-Trägerin in einem Wiener Hallenbad - die „Krone“ berichtete. In den Online-Foren wird heftig diskutiert. Gleichzeitig flammt die Diskussion um das Kopftuchverbot wieder auf. Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) sieht keinen Grund zum Handeln.

Während sich beim Burkini-Streit die einen darüber belustigen, sehen die anderen bereits eine bedenkliche Entwicklung. Im krone.at-Forum wird eifrig darüber diskutiert. Tenor: Das nackte Duschen empfinden unsere Leser nicht als Belästigung. Die Kritik der Burkini-Frau daran kann hingegen kaum jemand nachvollziehen.

Burkini-Verbot derzeit kein Thema
Bei so viel Aufmerksamkeit kann natürlich auch die Politik nicht ruhig bleiben: Die FPÖ forderte bereits ein Verbot des muslimischen Badeanzugs für Frauen. Allerdings ist das vorerst kein Thema: Die Wiener Bäder riefen im Gegenzug zu mehr Toleranz auf.

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Wir tun alles dafür, dass Mädchen bestmöglich unterstützt werden, um sich auch selbstbestimmt entfalten zu können.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ)

Auch der zuständige Stadtrat Jürgen Czernohorszky verweist lediglich auf die Badeordnung, nach der im Schwimmbecken saubere und sichere Badekleidung verlangt wird. Ein echter Burkini aus synthetischem Stoff sei erlaubt, ebenso wie Neoprenanzüge oder Schwimmshirts.

Regierungspläne stoßen auf heftigen Widerstand
Parallel dazu geht die Debatte über die Ausweitung des Kopftuchverbots für Mädchen bis 14 Jahre weiter. Im türkis-grünen Regierungsprogramm ist das vorgesehen. Bisher galt es nur in der Volksschule.

Bildungsstadtrat Czernohorszky sieht keinen Handlungsbedarf: „Die Debatte soll lediglich von Einsparungen im Bildungsbereich ablenken.“ Man werde schauen, ob es konkrete Maßnahmen für mehr Integration gibt. In Wien werde alles getan, um die selbstbestimmte Entfaltung von Mädchen bestmöglich zu unterstützen. Etwa mit dem Programm „Respekt - Gemeinsam stärker“.

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Diese Bevormundung steht im Widerspruch zu einer Erziehung in Richtung Mündigkeit und Selbstbestimmung.

Carla Amina Baghajati, IGGÖ-Schulamt

Heftige Kritik am Kopftuchverbot gibt es aus der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ). Eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof wurde bereits eingebracht. Die Schulamtsleiterin der IGGÖ, Carla Amina Baghajati, hatte in einem APA-Interview erklärt, dass damit „Politik auf dem Kopf der Mädchen und Frauen gemacht werde“.

Das Verbot stehe im Widerspruch zur Erziehung in Richtung Selbstbestimmung. Mit dieser Kriminalisierung würde man den Betroffenen eklatant unrecht tun.

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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