20.01.2020 17:00 |

Gegenseitig belästigt

Skurriler Streit unter zwei Frauen in Hallenbad

Eine Frau zog sich in der Umkleide im Hallenbad nackt aus. Dass dieser Satz einmal in den Schlagzeilen landen würde, hätte sich wohl auch niemand gedacht. Bis heute jedenfalls! Denn im Simmeringer Bad in Wien fühlte sich eine Burkini-Trägerin von einer Nackten in der Garderobe belästigt, und die wiederum von ihr.

Nach dem Schwimmen zog sich Susanne S. in der Garderobe um. Naturgemäß war sie dabei nackt. Doch an diesem Tag fühlten sich eine Mutter und ihr kleiner Sohn davon belästigt. Sie forderte die 57-Jährige auf, sie solle die Umkleidekabine benutzen, da ihre Nacktheit unangenehm und schlecht für ihren Sohn sei.

Dann bemerkte Susanne S., dass sich die Mutter einen Burkini anzog - und das störte sie wiederum sehr. Die 57-Jährige forderte die Mutter auf, ihren Burkini auszuziehen, da die Zurschaustellung von Religion durch das Kleidungsstück sie als Atheistin belästige, schreibt „Die Presse“.

„Es gab keine Zeugen“
Der Vorfall ereignete sich bereits vor drei bis vier Monaten, wobei die Wiener Bäder das nicht ganz als Vorfall stehen lassen wollen. „Es gab keine Zeugen, nix, nur in späterer Folge die Beschwerde der einen Dame über die Burkini-Trägerin“, sagt Martin Kotinsky, Sprecher der Wiener Bäder.

Stadt appelliert an gegenseitige Toleranz
Beide Damen haben recht. Susanne S. hat jedes Recht darauf, beim Umziehen nackt zu sein, und die Mutter, im Burkini schwimmen zu gehen. Doch jetzt diskutiert die Stadt. Prompt forderte die FPÖ am Montag ein Burkini-Verbot. Die Wiener Bäder kontern: „Wir wollen weder Nackt-Duschen noch den Burkini verbieten. Ich kann nur an mehr Toleranz appellieren. An beide Seiten!“, sagt Kotinsky.

Maida Dedagic, Kronen Zeitung

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