14.01.2020 22:32 |

Gutachten

Fahrfehler kostete Perla (4) das Leben

Am 25. August des Vorjahres wurde die kleine Perla (4) vor der Kirche in Salzburg-Gneis völlig unerwartet und viel zu früh aus dem Leben gerissen. Das Mädchen wurde von einem Auto erfasst und getötet. Ein Gutachten schließt nun einen technischen Defekt aus. Seinem Anwalt zufolge bekennt sich der Lenker (90) schuldig.

Das syrische Flüchtlingsmädchen war mit seinen Eltern aus der Kirche gekommen, da raste ein Auto in die Menschengruppe. Eine vierfache Mutter (45) wurde schwer verletzt, Perla starb noch an der Unglücksstelle. Das Cockpit des Unfallautos sorgte für Entsetzen: Es war gespickt voll mit Beschriftungen an Knöpfen und Hebeln. Schnell wurde die Fahrtüchtigkeit des betagten Lenkers angezweifelt.

Ein verkehrstechnisches Gutachten des Sachverständigen Gerhard Kronreif bestätigt nun den Verdacht. Demzufolge ist ein technischer Defekt auszuschließen. Es ist von einem Fahrfehler auszugehen. „Mein Mandant wird sich der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung für schuldig bekennen“, kommentiert der Anwalt des Lenkers, Kurt Jelinek, das Ergebnis. „Es tut ihm sehr leid“, betont der Verteidiger.

Der 90-Jährige hatte am Tag der Unfalls nach der Messe seine Ehefrau mit einem Citroën Berlingo abgeholt. Nachdem sie eingestiegen war, trat der Senior auf das Gas und fuhr mit bis zu 40 Stundenkilometer in die Menge. Mit dem genauen Inhalt des Gutachtens wird sich nun der zuständige Staatsanwalt befassen. Gegen den Unfalllenker wird wegen des Verdachts der grob fahrlässigen Tötung und Körperverletzung ermittelt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.

Magdalena Mistlberger
Magdalena Mistlberger
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