07.01.2020 13:46 |

Hunderttausende dabei

Soleimani-Trauerzug: Dutzende Tote bei Massenpanik

Hunderttausende Iraner haben am Dienstag vor der Beisetzung des bei einem US-Drohnenangriff getöteten Generals Kassem Soleimani in dessen Heimatstadt Kerman an einem Trauerzug teilgenommen - dabei ist es zu einer tödlichen Massenpanik gekommen. Dutzende Menschen sollen dabei getötet worden sein. Wegen der riesigen Menschenmenge musste die Beisetzung Soleimanis verschoben werden. Derzeit besteht laut Behörden keine Möglichkeit, die Leiche zum Friedhof zu transportieren.

Der Marsch führte am Dienstag durch das Zentrum der Stadt im Südosten des Landes zum Märtyrer-Friedhof, wo Soleimani später beerdigt werden sollte. Die Zeremonie wurde erneut auf fast allen Fernsehkanälen live übertragen. Die Straßen seien „hoffnungslos überfüllt“ gewesen, daher sei es zu dem Unglück gekommen, sagte der Leiter der nationalen Rettungsdienste, Pir Hossein Kuliwand. Laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens wurden mindestens 40 Menschen getötet. Rund 200 weitere Teilnehmer der Trauerzeremonie erlitten Verletzungen.

Revolutionsgarden: „Mächtiger und lebendiger, jetzt wo er tot ist“
Der Andrang in Kerman war ähnlich groß wie bei den vorherigen Zeremonien zu Ehren des getöteten Generals in Teheran und anderen Städten des Landes, an denen jeweils Hunderttausende Menschen teilnahmen. „Der Märtyrer Kassem Soleimani ist mächtiger und lebendiger, jetzt wo er tot ist“, sagte der Kommandant der iranischen Revolutionsgarden, Hossein Salami. „Der Feind hat ihn zu Unrecht getötet.“ „Wir werden Rache nehmen und die wird konsequent und hart sein, sodass die Amerikaner ihre Tat bitter bereuen“, sagte Salami. Aus der Menge erschallte der Ruf „Tod Amerika“. Das Parlament in Teheran stufte die US-Streitkräfte als „Terroristen“ ein.

Soleimani war am Freitag in Bagdad zusammen mit vier weiteren Iranern und einem irakischen Milizenführer getötet worden. Der General hatte die für Auslandseinsätze zuständigen Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden befehligt. Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, hatte nach dem Angriff auf Soleimani eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen und Vergeltung angekündigt.

Örtlicher Feiertag wegen großem Andrang ausgerufen
Wegen des erwarteten Massenandrangs war der Dienstag in Kerman zum örtlichen Feiertag erklärt worden - wie zuvor schon der Montag in der Hauptstadt Teheran. Damit wollte die Regierung möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich von dem als Märtyrer verehrten General zu verabschieden.

Zuvor hatte es in mehreren iranischen Städten große Trauerzüge gegeben. Allein in Teheran nahmen am Montag nach Medienberichten Millionen Menschen Abschied von Soleimani. Zuvor hatten Hunderttausende an den Trauerzeremonien in Ahwas, Mashad und Ghom teilgenommen. Die Bilder der von unzähligen Menschen gesäumten Straßen gingen um die Welt.

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