11.12.2019 15:33 |

Spesenaffäre

Jetzt 2 Leibwächter als Kronzeugen gegen Strache

Sie kennen seine intimsten Geheimnisse, waren Tag und Nacht an der Seite ihres Chefs - jetzt gelten zwei frühere Leibwächter des gestürzten FPÖ-Chefs als Kronzeugen der Anklage in der brisanten Spesenaffäre. Indes will das Partei-Schiedsgericht über Straches Ausschluss noch vor Weihnachten entscheiden.

Wie berichtet, platzte im Restaurant Rathauskeller bei einem erweiterten FPÖ-Wien-Parteivorstand die Polit-Bombe. Denn ein weiterer langjähriger früherer Strache-Bodyguard, selbst aktiver Politiker, bekräftigte vor rund 180 Freiheitlichen die Vorwürfe gegen seinen Ex-Chef. Nur Stunden zuvor hatte er als Zeuge bei der Soko Ibiza ausgesagt …

Erster Leibwächter wurde aus Rache zum Verräter
Es ist fast filmreif: Denn nun belasten schon zwei Sicherheitsmänner den gestürzten Strache in der Spesenaffäre schwer. Ihre Motivlage könnte freilich nicht unterschiedlicher sein. Der erste Leibwächter gilt als Beschuldigter in dem Spesenskandal und packte erst nach seiner Festnahme aus. Er habe sich nach einer Krebserkrankung fallen gelassen gefühlt und legte wohl auch aus Rache eine Lebensbeichte ab. Zudem ist er Informant des Ibiza-Anwaltes hinter der Videofalle auf der Partyinsel.

Rache kann hingegen bei dem neuen Kronzeugen, einem 52-jährigen Abgeordneten, keine Rolle spielen. Dieser kritisierte einst sogar im „Krone“-Telefonat seinen Bodyguard-Kollegen quasi als Verräter. Doch sein Wissen über eine "Belegwaschmaschine" bei Rechnungen auf Kosten der Partei wog zu schwer.

Karl Baron, der Verbündete des Ex-FPÖ-Chefs, reagierte auf die neuen Vorwürfe emotional. Seinem Parteifreund sei für die Aussage ein sicheres Mandat im nächsten Wien-Wahlkampf versprochen worden, erklärt er. Dafür erntete er in der Sitzung Buhrufe.

Macht Wien-Rebell den Weg für Ex-FPÖ-Chef frei?
Der abgesetzte Präsident der Freiheitlichen Wirtschaft könnte die Lage aber weiter eskalieren. Denn schon am Donnerstag steht im Raum, dass Wien-Rebell Baron mit dem Rückzug aus dem Gemeinderat den Weg für den nachrückenden Strache bzw. dessen eigene Liste freimacht.

In Sachen Schiedsgericht könnte es indes noch vor Weihnachten ernst werden. Bei Straches Nichterscheinen (trotz eingeschriebener Ladung nach zwei gescheiterten Botendiensten) dürfte dieser in Abwesenheit aus der Partei ausgeschlossen werden …

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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