04.12.2019 06:00 |

Casinos-Affäre

Novomatic-Chef: „Es gibt keinen Polit-Deal“

Am Tag nach der Abberufung von FPÖ-Mann Peter Sidlo als Casinos-Finanzchef sitzt Harald Neumann in seinem Büro im Novomatic-Forum im Herzen Wiens. Mit der „Krone“ spricht der Chef des Glücksspielkonzerns über angeblichen Postenschacher, Deals, das Ibiza-Video - und mit wie vielen Politikern er eigentlich per Du ist.

Den Rauswurf des blauen Vorstandes durch den Casinos-Aufsichtsrat, in dem ja auch er sitzt, bedauert Neumann menschlich. „Aber es ist das Beste für die Casinos“, stellt der Novomatic-Boss klar. Und die Postenschacher-Vorwürfe? „Das Ziel war, eine Mehrheit im Vorstand (Anmerkung der Redaktion: gegen den tschechischen Großaktionär) zu haben, die österreichische Interessen und somit auch die der Casinos vertritt.“

Ibiza-Video: „Was Strache gesagt hat, ist moralisch verwerflich“
Auch sei er überhaupt nur mit wenigen Politikern per Du. „In der FPÖ derzeit mit niemandem.“ Und wie war das mit Ibiza, Stichwort „Die Novomatic zahlt alle“? Man habe 10.000 Kreditoren überprüft, um sicherzugehen, dass es keine Spenden an Parteien und parteinahe Organisationen gibt. Und es habe auch keine gegeben. „Das, was Strache dort gesagt hat, ist moralisch gesehen verwerflich. Aber auch die Video-Drahtzieher sollten ausgeforscht werden.“

„Da bin ich längst in Pension“
Angesprochen auf das angebliche Geheimpapier zu neuen Glücksspielgesetzen des türkisen Finanzministeriums lächelt der 1,95-Meter-Hüne: „Da geht es um mögliche Pläne zur Neuvergabe von Konzessionen im Jahr 2027, also in fast zehn Jahren. Und da wäre noch immer nicht gesagt, dass wir den Zuschlag bekommen, da eine solche Vergabe international auszuschreiben ist. Das ist doch kein Deal, abgesehen davon bin ich da schon längst in Pension.“

Hartnäckige Abwanderungsgerüchte aus Österreich kommentiert Neumann nur so: „Als globaler Konzern überprüfen wir laufend die Profitabilität in einzelnen Ländern.“ Und wie geht es jetzt im Machtkampf um die Casinos weiter? Der Novomatic-Boss reicht der tschechischen Sazka-Gruppe die Hand: „Alle Großaktionäre sollten sich an einen Tisch setzen, um über die Zukunft des Unternehmens zu sprechen.“

Christoph Budin, Kronen Zeitung

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