Beide Mannschaften lieferten sich von Beginn an einen offenen Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für Deutschland. In der siebten Minute verfehlte ein 17-Meter-Schuss von Podolski nur knapp das Tor, kurz darauf stürmte Klose allein auf Serbiens Schlussmann zu - wurde allerdings wegen Abseits zurückgepfiffen (17.).
Serbien zeigte sich nach dem enttäuschenden WM-Start aber klar verbessert und setzte vor allem auf Härte, welche die Deutschen erwiderten. Allein in den ersten 32 Minuten zückte der spanische Schiedsrichter Alberto Undiano fünfmal den Gelben Karton. Der Höhepunkt der Härteorgie war schließlich in der 37. Minute erreicht, als DFB-Stürmer Mirsolav Klose nach einem erneuten Foul mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde. Die Serben nutzten die Überzahl schon wenig später zum entscheidenden Tor: Eine Krasic-Flanke legte Zigic auf Jovanovic ab, der zum 1:0 abschloss. Danach konnten sich die sichtlich überrumpelten Deutschen trotz starken Drucks der Serben in die Halbzeit retten.
Zehn Deutsche versuchen ihr Glück im Angriff
Mit Wiederanpfiff startete Deutschland vorerst einen Offensivwirbel, der vor allem auch durch den totalen Rückzug der Serben ermöglicht wurde. Podolski verfehlte in der 58. Spielminute mit einem Schuss das Tor nur um Zentimeter, wenige Minuten später vergab der Stürmer vom 1. FC Köln sogar einen Elfmeter und damit die Chance auf den Ausgleich. Auch nach diesen beiden Riesenmöglichkeiten für die Deutschen ließ sich Serbien weiter in die Defensive drängen, nur selten gab es Entlastungsangriffe, etwa in der 67. Minute durch Jovanovic. Der Torschütze zum 1:0 schlenzte einen Ball an die Stange.
Ab der 70. Minute wurde die deutsche Mannschaft durch die große Kraftanstrengung zunehmend müde, die Serben erlangten wieder verstärkt Kontrolle über das Spiel. Zwingende Chancen für die Balkan-Elf blieben aber Mangelware. DFB-Coach Joachim Löw reagierte im Finish mit der Hereinnahme frischer Offensivkräfte. Auch mit Mario Gomez, Marko Marin und Cacau ließ sich die serbische Defensive aber nicht mehr knacken.
Serben in Wien feierten Sieg
Die serbischen Fans in Wien haben den glücklichen 1:0-Sieg ihres Nationalteams am Freitagnachmittag lautstark gefeiert: Rund 300 Menschen taten das laut Polizei allein auf der Ottakringer Straße, die deshalb immer wieder kurz gesperrt werden musste. Bei den Anrainern wurden Erinnerungen an die EM 2008 in Wien wach: Damals mutierte die Straße in dem Bezirk mit hohem Ausländeranteil mehrfach zur Party-Zone.
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