27.11.2019 08:24 |

Bakterien im Speichel

Von Hund abgeschleckt: Bremer stirbt an Infektion

Ein 63-jähriger Mann aus Bremen kommt zunächst mit grippeähnlichen Symptomen ins Krankenhaus. Sein Zustand wird aber nicht besser - ganz im Gegenteil: Geschwollene Gliedmaßen, Blutergüsse am ganzen Körper, eine Lungenenzündung und hohes Fieber gesellen sich bald dazu. Wenige Tage später ist der Mann tot. Der Grund: Er hatte sich über den Speichel seines Hundes, der ihn im Gesicht abgeschleckt hatte, mit einem Bakterium infiziert, das in seltenen Fällen und bei nicht rechtzeitiger Behandlung tödlich enden kann.

Capnocytophaga canimorsus heißt das Bakterium, das sich im Maul von Hunden, aber auch Katzen befindet und für diese vollkommen unschädlich ist. Allerdings war Medizinern ein solcher Fall noch nie untergekommen: ein vollkommen gesunder Mann, der sich nicht durch einen Biss oder einen Kratzer infiziert hatte.

Alle Behandlungsversuche schlugen fehl
Der Vorfall aus dem Vorjahr wurde von den behandelnden Ärzten für das Fachmagazin „European Journal of Case Reports in Internal Medicine“ aufgearbeitet. In dem Artikel werden der Krankheitsverlauf des 63-Jährigen und die fehlgeschlagenen Behandlungsversuche mit Antibiotika genau beschrieben. Die Schilderung des Falls wird mit zwei erschreckenden Fotos vom Gesicht und einem Arm des Mannes (siehe unten) dokumentiert.

Der Rat der Ärzte an Hundebesitzer: Sollten grippeähnliche Symptome sich untypisch weiterentwickeln, bitte dringend einen Arzt aufsuchen! Denn nur eine rechtzeitige Behandlung mit abgestimmten Antibiotika führe zum Erfolg.

USA: Mann verlor Hände und Beine nach Infektion
Einen ähnlichen, aber nicht tödlich verlaufenen Fall gab es ebenfalls im Vorjahr in den USA. Ein vollkommen gesunder Mann hatte sich über Hundespeichel mit dem gefährlichen Bakterium infiziert. Am Ende mussten ihm Hände und Beine amputiert werden.

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