Schuldnerhilfe OÖ

Kontoüberziehung als Einstiegsfalle für Schuldner

Online-Kredite und ein extrem vielfältiges Warenangebot, das rund um die Uhr verfügbar ist, sind die neuen Herausforderungen für die Schuldnerhilfe OÖ, die heuer 40-Jahre-Jubiläum feiert. Gleichgeblieben ist in vier Jahrzehnten, so Geschäftsführer Ferdinand Herndler, die Kontoüberziehung als Einstiegsfalle.

„Ein Klient hatte ursprünglich Schulden aus einem Kredit in der Höhe von 24.769 Euro. Nach 15 Jahren hat sich der Betrag durch Zinsen und Betreibungskosten auf 227.583 Euro erhöht“, gibt Ferdinand Herndler ein Beispiel aus der Praxis. „Das ist kein Einzelfall.“ Das aktuell niedrige Zinsniveau sei besonders verlockend. Doch schnell ist man in der Kosten-Zinsen-Spirale. Herndler: „Doch betrachtet man die konkreten Belastungen genauer, dann stellt sich schnell heraus, dass Kontoüberziehung und Konsumkredite alles andere als billig sind.“ Siehe Grafik.

1582 Konkursanträge im Vorjahr
„Durch den Effekt von Zins, Zinseszins und Verzugszins steigen ehemals bewältigbare Schulden in Höhen, die mit dem ursprünglich geliehen Betrag kaum mehr etwas zu tun haben“, so Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer. Die Schuldnerhilfe fordert, dass die Verrechnung von Zinsen und Kosten gedeckelt wird. „Eine einfache Lösung wäre, dass sich eine Schuld maximal verdoppeln darf.“ Als Ausweg aus der Schuldenfalle bleibt oft nur die Privatinsolvenz. 1582 Konkursanträge wurden im Vorjahr gestellt.

Finanzbildung als Präventionsmaßnahme
Damit es erst gar nicht so weit kommt, setzt man auf Prävention. Seit 2009 gibt es ehrenamtliche Budgetcoaches, die Klienten der Schuldnerhilfe in der Rückzahlungshase zur Seite stehen. Weitere Maßnahmen sind das betreute Konto und Finanzbildung für Schuler im Poly und an Berufsschulen. Der OÖ Finanzführerschein gilt als Erfolgsmodell.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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