29.10.2019 23:50 |

„Riesenehre, aber ...“

Warum Greta Thunberg einen Umweltpreis ablehnte

Greta Thunberg hat den Umweltpreis des Nordischen Rates zugesprochen bekommen und ihn postwendend abgelehnt - samt der 500.000 Schwedischen Kronen (rund 50.000 Euro), die mit der Vergabe laut der 16-Jährigen einhergegangen wären. Die Gründe dafür beschreibt die schwedische Klimaaktivistin in einem gewohnt aufrüttelnden Plädoyer für die Umwelt und einem erhobenen Zeigefinger für jene, die nur reden würden: „Wir gehören zu den Ländern, die die Möglichkeit hätten, am meisten zu tun, und trotzdem tun wir praktisch nichts.“

Greta Thunberg erhalte den Preis dafür, dass sie Millionen Menschen in aller Welt dazu mobilisiert habe, zu einem kritischen Zeitpunkt politisches Handeln für das Klima zu fordern, gab der Rat am Dienstagabend zunächst auf einer feierlichen Zeremonie in Stockholm bekannt. Kurz darauf twitterte die 16-jährige geliebte und gleichzeitig gehasste Umweltkämpferin, sie habe sich entschlossen, den Preis abzulehnen, und verwies auf ein längeres Statement auf Instagram.

„Auszeichnung eine Riesenehre, aber ...“
Sie danke dem Nordischen Rat zwar für die Auszeichnung, die „eine Riesenehre“ darstelle, schrieb Thunberg auf Instagram. Die Klimabewegung brauche jedoch keine weiteren Preise, sondern Politiker, die auf die Erkenntnisse der Wissenschaft hörten. Zudem sei sie ohnehin gerade in Kalifornien unterwegs und könne deswegen „heute nicht bei Ihnen sein“.

„In Schweden leben wir, als ob wir vier Planeten hätten“
Die Nordstaaten hätten einen hervorragenden Ruf in der Welt, was Klima- und Umweltthemen angehe, aber wenn es zu den tatsächlichen Emmissionen oder dem ökologischen Fußabdruck komme, sei das „eine ganz andere Geschichte. In Schweden leben wir, als ob wir vier Planeten zur Verfügung hätten“, so Greta, „und Ähnliches gilt für die ganzen nordischen Länder.“

Die Kluft zwischen dem, was die Wissenschaft sage, was benötigt werde, um den weltweiten Temperaturanstieg auf unter zwei Grad zu begrenzen, und der Politik in den skandinavischen Ländern sei „gigantisch“. Und es gebe noch immer keine Anzeichen dafür, dass sich daran etwas ändern werde.

Von Schweden und Norwegen nominiert
Der Nordische Rat ist das zentrale Forum der Region Skandinavien. Zu seinen Mitgliedern zählen neben Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland und Island auch die weitgehend selbstständigen Territorien Aland, Grönland und die Färöer-Inseln. Alljährlich vergibt der Rat Preise in den Kategorien Literatur, Kinder- und Jugendbuchliteratur, Film, Musik und Umwelt. Thunberg war von den Ländern Schweden und Norwegen für den Umweltpreis nominiert worden. Sie befindet sich seit zwei Monaten in Nordamerika.

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