28.10.2019 14:13 |

Pensionstrickserei

Aus Firma gedrängt: 120.000 Euro Nachzahlung

Zu einer saftigen Nachzahlung wurde eine Wiener Firma verurteilt. Das Unternehmen drängte einen Mitarbeiter in die Pension und versuchte, ihn dabei auch finanziell auszutricksen. Mithilfe der Arbeiterkammer klagte der Mann nun erfolgreich 120.000 Euro ein, die ihm als Entgelt noch zustanden.

Der Ingenieur war 26 Jahre als Mitarbeiter für die Firma tätig. Im Zuge von Sparmaßnahmen wurde der Mann zu einem Altersteilzeitvertrag gedrängt, der bis zu einem frühestmöglichen Pensionsantritt befristet war. „Entweder trifft es zwei Ihrer Mitarbeiter oder Sie gehen“, lautet die knallharte Ansage der Firmenleitung.

Aus „gleitendem Übergang“ in Ruhestand wurde nichts
Der Ingenieur ließ sich breitschlagen und unterschrieb einen befristeten Altersteilzeitvertrag. „Immerhin hatte ich schon einige Wellen an Personalabbau erlebt“, so der Mann. Im Zuge der Vereinbarung wurde auch sein Gehalt um ein Viertel heruntergesetzt. Gelten soll der Vertrag bis Ende August 2015, dem frühestmöglichen Pensionsantrittsdatum des Mannes. Doch aus dem „gleitenden Übergang in den Ruhestand“ sollte nichts werden.

Firmenleitung schaltete auf stur
Weil in der Zwischenzeit das Gesetz geändert wurde, konnte der Ingenieur plötzlich erst mit einem Jahr und drei Monaten Verspätung in Pension gehen. Als er die Firmenleitung darauf aufmerksam machte, schaltete diese auf stur und weigerte sich, das Arbeitsverhältnis zu verlängern.

Der Oberste Gerichtshof entschied zugunsten des Mannes. Wesentlich sei die vereinbarte Absicht der Vertragspartner – in diesem Fall der nahtlose Übergang in die Pension. Zugleich wurde die Firma zur Nachzahlung verurteilt.

Philipp Wagner, Kronen Zeitung

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