23.10.2019 12:13 |

US-Armee modernisiert

Atomkommando wechselt von 8-Zoll-Diskette auf SSD

Technik, die im privaten oder Business-Bereich längst ausgemustert wurde, führt in staatlichen Institutionen oft ein langes Leben. Das zeigt sich etwa an der Steuerungs-IT der US-amerikanischen Atomwaffen, die auf Technik aus den Siebzigern setzt und bis vor kurzem mit riesigen Disketten betrieben wurde. Zumindest die Speichermedien hat man jetzt ins Jahr 2019 geholt - und von Acht-Zoll-Disketten auf Flash umgestellt.

Das berichtet das US-Rüstungsmagazin „C4ISRNET“. Während die US-Armee bei der Speicherung von Anweisungen zum Atomwaffeneinsatz noch vor fünf Jahren auf uralte Acht-Zoll-Disketten mit einer Kapazität von allerhöchstens einem Megabyte gesetzt hat, habe man nun endlich auf modernen Flash-Speicher aufgerüstet. In welcher Form - SSDs, SD-Karten, USB-Sticks oder ein ganz anderes Format - der genutzt wird, wurde allerdings nicht verraten.

„Man kann nichts hacken, was keine IP hat“
Während die Speichermedien auf den aktuellen Stand gebracht wurden, will man bei der IT-Infrastruktur an der IBM-Series-1-Technik aus den Siebzigern festhalten. Der Grund: Sie kann so gut wie nicht gehackt werden, ihr Alter wertet man als zusätzliches Sicherheits-Feature. „Man kann nichts hacken, was nicht einmal eine IP-Adresse hat. Es ist ein einzigartiges System: Es ist alt und das ist sehr gut“, sagt Air-Force-Sprecher Jason Rossi.

Auch auf der ISS findet man noch Floppys
Die US-Streitkräfte sind nicht die einzige Institution, die Technik von biblischem Alter nutzt. Auch bei der NASA gibt es noch Disketten - etwa auf der Internationalen Raumstation ISS. Erst letztes Jahr entdeckte der ESA-Astronaut Alexander Gerst: 408 Kilometer über unseren Köpfen sind noch immer 3,5-Zoll-Disketten zu finden - mit Software für Windows 95 und Windows 98. Sie dürften mit der ersten ISS-Crew im Jahr 2000 an Bord gelangt sein.

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