17.10.2019 08:59 |

Game City

„Fortnite“-Turnier in Wien lockt mit Sachpreisen

Im Wiener Rathaus wird ab Freitag wieder die Game City als ultimative Anlaufstelle für Videospiel-Fans fungieren. Erneut eines der Highlights: Das Zelt am Rathausplatz, in dem Besucher ihr Können im Kult-Game „Fortnite“ unter Beweis stellen dürfen. Wer auf einen Millionengewinn hofft, muss jedoch enttäuscht werden. Vergeben werden nur Sachpreise.

„Bei uns soll der Spielspaß im Vordergrund stehen“, betonte Manuel Haselberger, der Turnierleiter und Sprecher des eSport-Verbandes Österreich: „Wir haben uns bewusst gegen Preisgeld entschieden. Jeder kann mitspielen und ein bisschen Turnierluft schnuppern.“ Zu gewinnen gibt es etwa Gaming-Sessel oder Gutscheine. Das Interesse ist nach der Erstauflage des Turniers im Vorjahr auch heuer offenbar groß. Zumindest gebe es bereits zahlreiche Anfragen, ob wieder ein Bewerb ausgerichtet werde, so Haselberger.

Inzwischen hat der Hype auch jene Medien erreicht, die sonst eher einen Bogen um das Thema Computerspiele machen - auch wenn die Umsätze dieser Industrie längst die Filmbranche überflügelt haben sollen. Denn der jüngste Triumph eines 17-jährigen Österreichers beim „Fortnite World Cup“ in New York sorgte für Aufsehen. Damals liefen beim eSport-Verband die Telefone angesichts der zahlreichen Anfragen heiß.

Jeder darf mitmachen
Mit dem Mega-Event in den USA, wo auch Tausende Fans mit dabei waren, ist die Wiener Ausgabe aber nicht nur wegen der Dotierung nicht zu vergleichen. Im Zelt vor dem Rathaus treten keine Profi-Gamer, die sich qualifizieren mussten, gegeneinander an. Stattdessen kann jeder Besucher der Game City mitmachen, sofern er mindestens zwölf Jahre alt ist. Pro Runde dürfen 100 Personen versuchen, sich gegenseitig im Battle-Royal-Modus zu eliminieren.

Die besten zwei jeder Runde kommen ins Finale. Die Teilnahme ist kostenlos. Das Ambiente ist schlicht und erinnert mit den aufgereihten Monitoren eher an ein Großraumbüro. Plätze für Zuseher sind nicht vorgesehen. Das ist durchaus Absicht: Man wolle damit sicherstellen, dass die Teilnehmer möglichst ungestört sind, hieß es.

Neue Herausforderungen durch „Kapitel 2“
Eine spezielle Herausforderung ergibt sich heuer durch das große Update der vergangenen Tage. Statt des erwarteten Wechsels von Season 10 auf 11 (das Spiel wird regelmäßig leicht verändert, eine Periode wird als Season bezeichnet, Anm.) war „Fortnite“ plötzlich gar nicht mehr erreichbar. Zu sehen war nur ein schwarzes Loch, das sogar suggerierte, Entwickler Epic Games habe das Erfolgsprodukt eingestellt.

Das war natürlich nicht der Fall. Man sei mit Epic Games in Kontakt gestanden, verrät der Turnierleiter: „Mir wurde letzte Woche schon gesagt, es wird etwas kommen und dass ich mir keine Sorgen machen muss, dass das Turnier nicht stattfindet.“ Allerdings folgte statt der neuen Saison eine weit umfangreichere Neugestaltung, die „Kapitel 2“ tituliert wurde.

Die Map wurde gravierend verändert. Strategien, die auf der alten Spiellandschaft aufbauten, sind nun wertlos. „Das ist ein zusätzlicher Spannungsfaktor. Die Situation ist für alle gleich“, freut sich Haselberger über die neuen Rahmenbedingungen.

Nicht unumstritten
Das Grundgerüst blieb jedoch unverändert: Die Spieler gehen mit diversen Waffen aufeinander los. Immerhin sieht man die Gegner nicht sterben, sondern diese verschwinden einfach. Siegerfiguren absolvieren wiederum lustige Tänze, die längst weltweit auch von höchst realen Sportlern imitiert werden. Ist „Fortnite“ etwa nichts anderes als ein Shooter, der über seine Brutalität mit niedlichen Einlagen hinwegtäuscht?

Die Kritik am Spiel kennt der eSport-Funktionär auch - und will sie nicht einfach vom Tisch wischen, wie er beteuert: „Ich verstehe natürlich die Sorgen und die Einwände der Leute. Man muss aber bedenken, dass gerade Kinder und Jugendliche zwischen spielen und echter Welt sehr gut unterscheiden können. Wenn man spielt, bewegt man sich in einer Art magischen Kreis, wenn man nicht spielt, verlässt man diesen Kreis und ist in der Realität.“

Tipps für Eltern und angehende eSportler
Genervten Eltern empfiehlt er, das Spiel selbst einmal auszuprobieren. Und wenn der Nachwuchs zu viel Zeit am Computer oder an der Konsole verbringt, dann hat er ebenfalls einen Rat parat, wie man hier zu Pausen verleitet - nämlich indem man die Vorgehensweise der Profis erläutert: „Wenn man besser werden möchte, muss man trainieren, aber nicht mehr als zwei bis drei Stunden an einem Stück.“ Denn dann sei ein gewisser Ausgleich nötig, also am besten körperliche Betätigung und gesunde Ernährung. Nur so könne man seine Fähigkeiten verbessern: „Da kann man dann in der obersten Liga mitspielen.“

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