08.10.2019 20:32 |

Fahrlässige Tötung

Listerien-Wurst: Ermittlungen gegen Firmenchef

Nach zwei Todesfällen durch mit Listerien verseuchte Wurst in Deutschland hat die Staatsanwaltschaft gegen den Geschäftsführer des deutschen Wurstherstellers Wilke ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht. In Österreich sollten keine Produkte des deutschen Unternehmens mehr im Umlauf sein.

Die Ermittlungen liefen auch wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen Lebensmittelrecht, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag in Kassel. Gegenstand des Verfahrens sei vor allem die Untersuchung der zwei Todesfälle, die mit einer Listerieninfektion in Verbindung stehen sollen, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Wohin wurde die Wilke-Wurst geliefert?
Eine Woche nach Schließung des Betriebs mit 200 Mitarbeitern, der mittlerweile vorläufige Insolvenz angemeldet hat, wird vor allem um eine Frage gerungen: Wohin wurde die Wilke-Wurst geliefert? So war erst Anfang der Woche bekannt geworden, dass auch Standorte des Möbelkonzerns Ikea in unserem Nachbarland mit Produkten des hessischen Herstellers beliefert worden sind. Das schwedische Unternehmen stoppte sofort den Verkauf der Wurstwaren.

Nach wie vor gibt es laut aktuellem Ermittlungsstand der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherhei (AGES) in Österreich keinen dokumentierten Fall einer Listeriose-Erkrankung, der mit dem Ausbruch in Deutschland in Verbindung steht. Betroffene Lebensmittel der deutschen Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG seien nicht an Krankenanstalten, Pflegeheime oder Supermärkte in Österreich geliefert worden, hieß es.

In Österreich vorwiegend an Gastrobetriebe geliefert
Über das europäische Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel hätten die deutschen Behörden mittlerweile informiert, dass Wilke-Produkte in alle Bundesländer Österreichs geliefert und vorwiegend an Gastronomiebetriebe weitergegeben wurden, hieß es von der AGES am Dienstag. Die Abnehmer sind laut AGES über den Rückruf informiert, betroffene Produkte wurden entweder bereits vernichtet oder zurückgesendet.

„Nach derzeitigem Stand der Kontrollen durch die Lebensmittelaufsichtsbehörden sollten keine Produkte der Firma mehr in Österreich im Umlauf sein“, sagte Werner Windhager vom Fachbereich Risikokommunikation der AGES. Nach wie vor sei gar nicht belegt, dass Produkte, die nach Österreich geliefert wurden, überhaupt mit Listerien kontaminiert waren.

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