16.09.2019 11:40 |

Durch Zufall entdeckt

Schwärzestes Material schluckt 99,995% des Lichts

Am renommierten Massachusetts Institute of Technologie (MIT) in Cambridge in den USA haben Forscher durch Zufall ein Material entwickelt, das schwärzer ist als alles, was bis dato diesbezüglich auf dem Markt ist. Es besteht aus vertikal ausgerichteten Kohlenstoff-Nanoröhren (kurz CNT) - mikroskopisch kleinen Filamenten aus Kohlenstoff, die einen Durchmesser von bloß einem Zehntausendstel eines menschlichen Haares haben - und schluckt 99,995 Prozent des einfallenden Lichtes.

Die Filamente seien bei der Suche nach einer Methode, Kohlenstoff-Nanoröhrchen einfacher und effektiver wachsen zu lassen, „wie ein unscharfer Wald aus winzigen Bäumen auf einer Oberfläche von chlorgeätzten Aluminiumfolien entstanden“, berichten die MIT-Wissenschaftler. Das Material schlucke 99,995 Prozent aller Strahlung vom UV- bis zum Terahertz-Bereich. Und das aus allen Einfallswinkeln, wie die Forscher betonen. Das sei zehnmal mehr als jedes bisher bekannte Breitband-Absorber-Material, der Mechanismus dahinter sei aber noch unklar, heißt es.

Material wird an New Yorker Börse gezeigt
Das neue lichtschluckende Material ist zurzeit als Teil einer Ausstellung mit dem Titel „The Redemption of Vanity“ (Die Erlösung der Eitelkeit) an der New Yorker Börse zu bewundern. Dort wird ein mit dem Material umhüllter 16,78 karätiger, knapp zwei Millionen Euro teurer, gelber Diamant „gezeigt“. Der Effekt ist faszinierend: Der Edelstein, der sonst in allen Facetten leuchtet, ist nicht mehr sichtbar (siehe Bild oben).

Das bis dato schwärzeste Material, das sogenannte Vantablack (Bild oben), war im Sommer 2014 vom britischen Unternehmen Surrey NanoSystems vorgestellt worden. Es schluckt 99,965 Prozent allen einfallenden Lichtes.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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