31.08.2019 06:00 |

Crash mit Polizeiauto

Die Rechte und Pflichten bei Einsatzfahrten

Noch so manche offene Frage muss - wie berichtet - nach dem verheerenden Unfall am Donnerstagnachmittag beim Wiener Verteilerkreis in Favoriten geklärt werden, bei der eine in Wien lebende 35-jährige Ukrainerin tragisch ums Leben kam. So wird derzeit u.a. intensiv bezüglich der Schuldfrage ermittelt. Doch was ist Einsatzfahrzeugen im Verkehr eigentlich generell gestattet? Der ÖAMTC klärt auf.

Lenker von Einsatzfahrzeugen „sind an keine Verkehrsbeschränkungen gebunden, das wäre im Einsatz kontraproduktiv“, erklärt ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer gegenüber der „Krone“. Allerdings nur unter der Prämisse, dass andere Verkehrsteilnehmer dabei nicht gefährdet werden oder etwa Sachbeschädigungen die Folge wären. So dürfen Einsatzfahrzeuge zwar bei Rotlicht in die Kreuzung einfahren, deren Lenker müssen zuvor aber anhalten.

Freiheiten, aber auch Vorschriften
Auch ist die Befahrung von Straßenbahngleisen oder Busspuren erlaubt, ebenso auch gegen Einbahnen oder Richtungsfahrbahnen zu fahren. Doch auch hier gibt es Vorschriften, die beachtet werden müssen. Rechtlich gedeckt ist es, wenn der Einsatzort nicht anders zu erreichen oder der Umweg zu groß wäre. Auch Halte- und Parkverbote sowie Sperrlinien und Sperrflächen besitzen für Feuerwehr, Rettung und Polizeiautos im Einsatz keine Gültigkeit.

Wie berichtet, war das Auto zweier Streifenbeamter mitten am Verteilerkreis mit einem anderen Auto kollidiert. Wie die Polizei nun bekannt gab, dürfte der Funkwagen die Fahrbahnen des Kreisverkehrs am Alten Landgut gequert haben, um die Fahrt danach auf dem Radweg fortzusetzen. Die Uniformierten hatten es eilig, da sie zu einer wilden Rauferei gerufen worden waren.

Abkürzung mit fatalem Ende
Die geplante Abkürzung endete jedoch fatal: Denn ein schwarzer Jaguar befuhr ebenso den Kreisverkehr und dürfte das Fahrzeug nicht rechtzeitig gesehen und gehört haben. Wuchtig prallte der Bolide frontal in die rechte Seite des Polizeiwagens. Danach wurden beide Autos gegen die Schaltkästen einer Ampel geschleudert. Die dort wartende Fußgängerin (35) Viktoria Z. wurde gerammt und getötet. Trotz sofortiger Maßnahmen starb die in Wien lebende Ukrainerin am Unfallort.

Die zuständige Staatsanwaltschaft ermittelt und muss nun in erster Linie klären, ob die Beamten - wie rechtlich vorgesehen - bei Rot anhielten, oder aber, ohne ausreichend zu bremsen, die Ampel überfuhren, um rasch an den Einsatzort zu gelangen.

Stefan Steinkogler, Kronen Zeitung/krone.at

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