Bäuerin verurteilt

Schweinestall war ein „Gruselkabinett“

Als „Gruselkabinett“ beschreibt der Amtstierarzt den Stall eines Bauern in Roitham (OÖ). 37 Schweineskelette wurden nach einer anonymen Anzeige dort gefunden, 63 Schweine mussten notgeschlachtet werden. Die Landwirtin wurde wegen Tierquälerei in Wels zu vier Monaten bedingt und 960 Euro Geldstrafe verurteilt.

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„Ich habe mich geschämt, wie es im Stall so ausgesehen hat“, sagt die 48-Jährige vor Gericht aus und übernahm die volle Verantwortung für die Tiertragödie. Nach dem Tod der Schwiegermutter im März 2018 habe sie die Stallarbeit übernommen. Schon schnell sei ihr aber alles über den Kopf gewachsen. Bereits im Mai und Juni seien die ersten Tiere verendet. Verhungert und verdurstet. Und doch dauerte es noch bis April 2019 bis die verbleibenden Tiere von ihren Qualen erlöst werden konnten. „Die Ställe waren in einem schlechten Zustand, die Wasserversorgung nicht ausreichend. Teilweise haben die Tiere die Gülle getrunken“, sagt der Amtstierarzt aus. 15 Scheibtruhen mit Knochen habe man aus dem Stall gefahren, die Gülle stand 20 Zentimeter hoch.

Zwei Freisprüche
Von den verheerenden Zuständen und der Überforderung seiner Frau will der Bauer (53) nichts bemerkt haben. „Ich hatte selbst viel Arbeit im Feld, im Wald und in der Werkstatt.“Im Zweifel wurde er deshalb freigesprochen. Ebenso die Tierärztin, die bei Kontrollen im Dezember nichts bemerkt haben will. Ihr droht aber ein Verfahren wegen Betruges. Die verurteilte Bäuerin sagte aus, dass es die Kontrollen nie gegeben hat, sie das Protokoll mit der Veterinärin in deren Praxis ausgefüllt habe.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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