Im Abstiegskampf setzte Hartberg einen Befreiungsschlag (2:1 gegen die Red Bull Juniors) und liegt nun sechs Punkte vor dem Relegationsplatz, den die Vienna einnimmt (1:1 gegen Gratkorn, siehe Video).
FC Dornbirn - Altach 0:4 (0:1)
Altach hat in der 29. Runde die Tabellenführung übernommen. Die Vorarlberger setzten sich auswärts im Derby gegen den FC Dornbirn 4:0 (1:0) durch und überholten damit Wacker Innsbruck, das rund fünf Kilometer entfernt in Lustenau gegen die Austria nur zu einem 2:2 kam. Altach feierte den achten Auswärtserfolg der Saison, Dornbirn kassierte die achte Heimpleite und rückt dem Abstieg in die Regionalliga immer näher. Die Führung der bissigen und druckvollen Gäste war nur eine Frage der Zeit. In der 21. Minute war nach Flanke von Scherrer Ademi per Kopf zur Stelle. Altach hatte auch in der Folge mehr vom Spiel, bei Chancen von Domoraud (29.) und Akpoue (33.) musste aber Goalie Kobras seine Klasse zeigen.
Per Konter gelang den Altachern die Vorentscheidung, Tomi verwertete einen Querpass von Scherrer zum 2:0 (58.). Das Spiel, das meist wie auf einer schiefen Ebene ablief, wurde mit einem Altacher Doppelschlag durch Unverdorben (88.) und Brenes (91.) beendet. Die ersten beide Saisonduelle hatten die Altacher jeweils 2:0 für sich entschieden. Für Dornbirn schaut es düster aus, die letzten vier Niederlagen en suite kamen mit einem Torverhältnis von 0:13 zustande.
Austria Lustenau - Wacker Innsbruck 2:2 (0:1)
Vier Runden vor Schluss hat Wacker Innsbruck die Tabellenführung verloren. Die Tiroler kamen bei Austria Lustenau über ein 2:2-Unentschieden nicht hinaus. Die Innsbrucker verteidigten zwar die stolze Bilanz im Lustenauer Reichshofstadion, wo sie in bisher zwölf Partien erst eine Niederlage (8. November 2003) kassiert hatten, um aber vor Altach zu bleiben, war es zu wenig. Austria Lustenau konnte seine Minikrise von drei Zu-Null-Niederlagen in Serie beenden. Pech hatte nach neun Minuten der Vorarlberger De Oliveira, der nach einem Zusammenstoß mit Teamkollegen Ernemann mit Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch ins Krankenhaus musste. Auch Innsbrucks Verteidiger Svejnoha schied früh wegen einer Knieverletzung aus.
Das Spiel begann mit viel Kampf und Hektik. Die Hausherren hatten leichte Vorteile nicht nur im Spiel, sondern auch bei den Torchancen. Die Beste davon hatte Bolter, doch der wieder ausgezeichnete Wacker-Schlussmann Grünwald rettete vor dem durchbrechenden Lustenauer (25.). Innsbruck machte es eine Minute später besser: Koch tankte sich an der rechten Seite durch, seinen Rückpass von der Toroutlinie verwandelte Boris Prokopic mit einem überlegten Schuss aus zehn Metern. In der Folge kontrollierten die Tiroler das Spiel, Lustenau hatte nur eine Halbchance zum Ausgleich, doch Winkler klärte vor Honeck (39.).
Nach Wiederbeginn wollten die Gäste das Spiel kontrollieren, agierten jedoch zu inkonsequent. Typisch der Ausgleich für Lustenau: Die Tiroler attackierten zu langsam, brachten den Ball nicht weg und Benjamin Freudenthaler erzielte mit einem Heber das 1:1 (55.). Lustenau spielte weiter stark, doch die neuerliche Führung schossen wieder die Tiroler. Prokopic schloss einen Konter nach Sara-Zuspiel mit einem satten Schuss von der Strafraumgrenze ins Kreuzeck ab (62.).
Die Freude der Gäste war aber nur kurz. Nach einer neuerlichen Unachtsamkeit der Tiroler Abwehr erzielte Honeck per Kopf das 2:2 (66.). In der 77. Minute musste auch noch Tirols Doppelpack-Schütze Prokopic mit einer Gelb-Roten Karte nach Foul vom Feld. Knapp vor Schluss hatte Lustenau sogar noch die Chance auf das Siegestor, doch Sobkova schoss aus fünf Metern über das Tor.
St. Pölten - Admira 2:4 (1:2)
Die Admira darf weiterhin mit dem Aufstieg in die Bundesliga spekulieren. Die Truppe von Didi Kühbauer feierte unter ihrem neuen Feldherren den zweiten Sieg in Folge und liegt damit in der Tabelle nur noch drei Punkte hinter Leader Altach und zwei hinter Innsbruck.
Das Niederösterreich-Derby begann für die Hausherren eigentlich nach Maß, denn schon in der fünften Minute durften die 1.200 Zuschauer das erste Mal jubeln. Wojtanowicz nützte einen Fehler im Mittelfeld der Gäste und schoss zur Führung ein. Etwas über zehn Minuten währte die Freude der Hauptstädter, ehe Patrik Jezek nach gefühlvoller Flanke von Friesenbichler sein erstes Saisontor für die Admira erzielte. Die Kühbauer-Elf übernahm nun das Kommando und erhielt noch vor dem Pausenpfiff ihre Belohnung: Nach einem schönen Konter des links durchbrechenden Hanikel flankte dieser zu Friesenbichler, der gekonnt zum Saisontreffer Nummer 11 einnetzte.
Nach Seitenwechsel wogte das Match lange hin und her. In der 71. Minute war es plötzlich wieder völlig offen: Denn Michael Popp verwertete eine schöne Freistoß-Flanke von Lenko per Kopf zum nicht unverdienten 2:2-Ausgleich. Es war der erste Saisontreffer des 20-Jährigen.
Die unterhaltsame Partie endete für die Fans der Heimischen aber nicht nach deren Geschmack. Denn Marcus Hanikel stellte nur acht Minuten später wieder die Führung für die Gäste her, im Finish setzte Pusic zum 4:2 noch einen drauf. Wegen übertriebenen Jubelns wurde daraufhin Trainer Kühbauer auf die Tribüne geschickt.
Austria Wien Amateure - FC Lustenau 1:2 (1:0)
Der FC Lustenau hat seine Siegesserie fortgesetzt. Die Vorarlberger feierten auswärts gegen die Austria Amateure einen 2:1-Erfolg und gewannen damit bereits zum vierten Mal in Folge. Mit dem neuerlichen Dreipunkter machte die Truppe von Slobodan Grubor einen weiteren großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Der Vorsprung auf die Vienna, die derzeit den Relegationsplatz einnimmt, beträgt zehn Punkte.
Die Wiener erwischten vor einer spärlichen Kulisse von nur 176 Zuschauern einen Traumstart. Alexander Gorgon brachte die "Jungveilchen" nach Zunic-Vorarbeit schon nach neun Minuten in Führung. Danach plätscherte die Partie ohne größere Höhepunkte bis zur Pause dahin. Die Anfangsphase der zweiten Spielhälfte hatte es aber in sich. Nach einem missglückten Abschlag von Muhr traf Helmut König mit einem satten Schuss genau ins Eck (46.). Und vier Minuten später war das Spiel dann endgültig gedreht. Der erst zur Pause eingewechselte Michael Kulnik ließ Austria-Goalie Arnberger keine Chance (50.). Die Wiener konnten daraufhin nicht mehr zusetzen.
Hartberg - Red Bull Juniors 2:1 (1:1)
Hartberg hat einen wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt gemacht. Die Steirer bezwangen daheim die Salzburg Amateure 2:1 und haben bereits sechs Punkte Vorsprung auf die auf dem vorletzten Platz liegende Vienna. Das 1:0 der Salzburger war ein echtes Zaubertor. Der von Huub Stevens bei den Amateuren "geparkte" Ngwat-Mahop versenkte einen Fallrückzieher von knapp außerhalb des Strafraums genau im rechten Kreuzeck.
Hartberg übernahm danach die Initiative und wurde noch vor der Pause doppelt belohnt. Denn Lainer sah aufgrund wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (40.), und da Lainers ungestümes Einsteigen gegen Rakowitz im Strafraum passierte, gab es zudem Elfmeter. Goalgetter Bürger trat an und verwertete souverän (41.) zu seinem 17. Saisontor.
Salzburg hielt nach der Pause trotz Unterzahl gut mit, bei einem Lattentreffer von Kölbl hatten die Mozartstädter Glück (60.). Im Finish knackten die Steirer die Salzburger dann doch noch, nach Querpass von Bürger war der eingewechselte Miksits zur Stelle (83.). Damit war die Erfolgsserie der Salzburger (3 Siege mit 10:1 Toren) endgültig dahin.
Vienna - Gratkorn 1:1 (0:1)
Die Vienna hat den ersten Punkt in der Ära von Chefcoach Frenkie Schinkels geholt. Die Döblinger trennten sich auf der Hohen Warte vom FC Gratkorn mit 1:1 und holten zum ersten Mal nach vier Niederlagen in Folge wieder einen Punkt. Jubeln konnten die Wiener (28 Punkte) aber nicht wirklich, da sie weiter auf dem Relegationsplatz liegen und noch dazu an Boden auf den direkten Konkurrenten Hartberg (34/2:1 gegen Red Bull Juniors) verloren.
Bei schwierigen Bodenverhältnsevic, dessen Schuss von Sauseng gerade noch an die Stange abgewehrt wurde, die bessere Möglichkeit hatte, gingen die Gäste in Führung. Joachim Parapatits kam überraschend an den Ball und schoss unhaltbar für Vienna-Goalie Brandner ins lange Eck ein (20.).
Danach war die Schinkels-Truppe bemüht, es schaute aber vorerst nichts Zählbares heraus. Gleich nach dem Seitenwechsel durften die Wiener aber jubeln. Nach einer Flanke von Ilic kam Gratkorn-Tormann Götzinger völlig unmotiviert aus dem Tor und Sebastian Martinez traf per Kopf zum 1:1 (55.). In einer flotten Schlussphase ließen beide Mannschaften die nötige Effizienz vermissen.
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