22.08.2019 05:59 |

Änderung bei Provision

Wiens Wirtschaftskammer-Chef rückt für Makler aus

Der erste Applaus im Vorwahlkampf ist verebbt, weil sich jetzt auch die ÖVP eine Streichung der Makler-Provision für die Mieter vorstellen kann - dafür reitet Wiens Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck eine Gegenoffensive. Das Provisionsverbot klinge zwar gut, sei in der Praxis aber nachteilig für die Wohnungssuchenden.

„Wer vertritt dann die Interessen der Mieter oder der potenziellen Wohnungskäufer, wenn Makler nur noch vom Verkäufer oder Vermieter eine Provision verlangen dürfen?“, fragt Ruck. Mit Widerstand durch die Wirtschaft sei zu rechnen.

Ruck optimistisch: „Sehe keine Rezession“
Generell zeigt sich Wiens Kammer-Präsident optimistisch, was die Konjunktur anbelangt: „Auch wenn der Zuwachs kleiner wird, ich sehe keine Rezession.“ Österreichs Betriebe würden sich nach wie vor auch international behaupten können. Die erste Forderung nach der Nationalratswahl werde jedoch sein, die schon fertige Steuerreform auch tatsächlich umzusetzen. Ruck: „Allein die antraglose Einkommenssteuer würde für Tausende Kleinbetriebe, aber auch für die Finanz eine enorme Verwaltungsvereinfachung bewirken.“

In den vergangenen fünf Jahren sei die Wirtschaftskammer in Wien ziemlich reformiert worden: Aus zehn Standorten wurde ein einziger (mit bester Anbindung an die Öffis, aber ohne eigene Garage!), die 25 Abteilungen wurden auf fünf „eingedampft“. Präsident Ruck: „Allein durch die neue Zentrale werden wir jährlich zwölf Millionen Euro sparen, das können wir in besseren Service für unsere Mitglieder investieren.“

Überraschendes und Altbekanntes
Trotz aller Kritik hält er an der verpflichtenden Mitgliedschaft fest. „Die Alternative wäre eine Verstaatlichung. Nein, danke!“ Außerdem glaubt Ruck an ein Comeback der Sozialpartner: „Wir werden an unseren Vorschlägen gemessen, wenn die gut sind, werden wir uns auch wieder durchsetzen.“

Lauten Applaus vom Wiener Kammer-Präsidenten gibt es für die Initiative von Hannes Androsch, 30 Milliarden Euro für Forschung und Innovation vorzusehen: „Das kann ich nur begrüßen!“ Das sind ungewöhnliche Töne in Zeiten des Wahlkampfs ...

Georg Wailand, Kronen Zeitung

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