Wahlzuckerl der ÖVP:

Maklergebühren sollen nur noch Vermieter bezahlen

Österreich
20.08.2019 06:00

Ist es gerecht, dass man auch als Mieter einen Teil der Provision eines Maklers zu berappen hat? Nein, sagt die SPÖ - scheiterte in Zeiten der rot-schwarzen Koalition allerdings am Njet der ÖVP, die auch die Mieter zur Kasse bitten wollte. Parteichef Sebastian Kurz weicht von dieser Linie jetzt allerdings ab.

Wer in eine neue Mietwohnung einzieht, muss neben der Kaution in den allermeisten Fällen auch satte zwei Bruttomonatsmieten an einen Makler abliefern - und zwar unabhängig davon, ob man diesen überhaupt beauftragt hat und wie viel Aufwand dieser dabei hatte, die Wohnung an den Mann zu bringen.

Vorbild Deutschland
Ist das fair? Diese Frage beschäftigt auch die Politik schon geraume Zeit. Deutschland hat das „Bestellerprinzip“ vor Jahren eingeführt - dort muss also der Vermieter den Makler bezahlen, so er ihn beauftragt. Die Forderung, es den Deutschen gleichzutun, ist hierzulande äußerst populär - wurde von der Volkspartei allerdings stets abgelehnt: In rot-schwarzen Tagen wollte die SPÖ mehrmals verbieten, dass Mietern Maklergebühren abgeknöpft werden - allein, man konnte den schwarzen Koalitionspartner nicht davon überzeugen.

(Bild: stock.adobe.com, krone.at-Grafik)

Zuckerl zum Start des Intensivwahlkampfs
Bei den Türkisen ist die Sache jetzt allerdings anders: Just zum Beginn des Intensivwahlkampfes verkündet die Truppe um Kanzler Sebastian Kurz einen Meinungsschwenk in dieser Frage: Die ÖVP, so heißt es, werde sich dafür einsetzen, dass Maklerprovisionen künftig nur noch von Vermietern bezahlt werden. Mieter würden demzufolge nur noch zahlen müssen, wenn sie selbst einen Makler beauftragen. Umgesetzt werden soll die Forderung, die vor allem in der schwarzen Wirtschaftskammer traditionell auf viel Gegenwind stößt, in der kommenden Legislaturperiode.

Unwahrscheinlich ist die Umsetzung des neuesten türkisen Wahlversprechens tatsächlich nicht: Die SPÖ ist seit Jahren dafür. Die Freiheitlichen sind zwar skeptisch und tendierten in der Vergangenheit eher zum Status quo, würden sich laut einem Parteiinsider aber auch nicht gegen die populäre Idee stellen - schon gar nicht kurz vor einer Wahl.

Klaus Knittelfelder, Kronen Zeitung

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