Die Tiroler setzten sich am Freitagabend gegen den SKN St. Pölten etwas glücklich 2:1 durch und behaupteten ihre Tabellenführung. Auch die Admira blieb beim Debüt von Dietmar Kühbauer auf der Trainerbank erfolgreich. Die Südstädter siegten zu Hause gegen die Austria Amateure 2:1 und liegen damit fünf Runden vor Saisonende vier Zähler hinter Wacker.
SCR Altach - SC Austria Lustenau 2:0
Held des Tages beim Sieg der Altacher war Tomi, der für beide Treffer verantwortlich zeichnete. Nach einem von Scherrer flach in den Strafraum gespielten Freistoß hatte der Stürmer sogar noch die Zeit, sich den Ball in der Nähe des Elfmeterpunkts herzurichten und dann flach ins Eck einzuschießen (11.). In der 43. Minute stand dem Stürmer auch das Glück zur Seite, als sein Schuss aus 20 Metern von Pöllhuber unhaltbar für Lustenau-Goalie Mendes abgefälscht wurde.
Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste, angetrieben von einem starken De Oliveira, vehement auf den Anschlusstreffer, allerdings vergeblich. Bei mehreren guten Einschussmöglichkeiten scheiterten die Lustenauer entweder an Altach-Schlussmann Kobras oder am eigenen Unvermögen.
FC Wacker Innsbruck - St. Pölten 2:1
Die Innsbrucker begannen überfallsartig, doch effektive Torchancen wollten sich für den Tabellenführer keine ergeben. Symptomatisch die Situation in der elften Minute: Wacker-Verteidiger Svejnoha rutscht im Mittelfeld aus, Wojatonwicz kommt zum Ball, schießt aber am Tiroler Gehäuse vorbei. In der 39. Minute war die eklatante Tiroler Feldüberlegenheit schließlich von einem zählbaren Erfolg gekrönt. Nach einem weiten Hauser-Pass setzte sich Julius Perstaller durch und setzte St.-Pölten-Schlussmann Vollnhofer den Ball zwischen die Beine zum 1:0 in die Maschen.
Die zweite Hälfte begann mit umgekehrten Vorzeichen: Die Niederösterreicher spielten mit, drängten auf den Ausgleich. Torchancen hatte jedoch Wacker, so als Sara aus 17 Meter knapp am Kreuzeck vorbeizog (49.), und als Koch ebenfalls knapp über die Querlatte schoss (57.).
Glück hatte der Leader, der nach einer Gelb-Roten für Mossoro nur noch mit zehn Mann am Feld war, in der 77. Minute als Torhüter Grünwald einen Mössner-Kopfball mit einem Blitzreflex noch an die Querlatte lenken konnte. Drei Minuten später war es Thürauer, der, am Fünfer sträflich alleingelassen, den Ausgleich erzielte. Als alles schon auf ein Remis hindeutete, war es Tirol-Youngster Kofler, der am Sechzehner einen Pressball gewann und an Vollnhofer vorbei zum 2:1 einschoss.
Admira - Austria Amateure 2:1
Nach nur 41 Sekunden zappelte der Ball bereits im Netz, nach Zuspiel von Jezek erzielte Marcus Hanikel das schnellste Saisontor für die Admira, die zu Wochenbeginn Trainer Walter Schachner gefeuert hatte, nachdem zuletzt zwei Liga-Spiele en suite - 0:1 in Innsbruck und 3:4 daheim gegen den FC Lustenau - verloren gegangen waren. Davor war das Schachner-Team in 15 Runden ohne Niederlage geblieben.
Kühbauer nahm im Vergleich zum Lustenau-Match nur zwei Veränderungen vor, Manzoni im Tor und Bernhard Schachner im Mittelfeld kamen anstelle der beurlaubten Mandl und Dospel in die Startelf, die bereits nach sechs Minuten über das 2:0 jubeln durfte. Über die Stationen Dibon, Plassnegger und Rene Schicker kam der Ball zu Hanikel, der zunächst zwar per Kopf an Goalie Petermann scheiterte, aber dann Glück hatte, denn der Ball prallte vom Schlussmann wieder zurück auf ihn und landete so doch noch in den Maschen. Mit dem Doppelpack erhöhte Hanikel seine Saisonausbeute auf zehn Liga-Tore.
Zwischen den beiden Treffern hatte die Austria, die zuletzt mit dem 2:1 in Altach und dem 2:1 daheim gegen Innsbruck gegen zwei Titelanwärter Siege gefeiert hatte, ihre beste Chance in Hälfte eins, doch Djokic schoss aus kurzer Distanz neben das Tor (3.). Auf der Gegenseite scheiterte Friesenbichler bei einer Doppelchance zuerst an Petermann und unmittelbar danach an der Stange (22.).
Nach der Pause schwächte sich die Admira selbst, weil Tormann Simon Manzoni bei einem vollkommen unnötigen Ausflug ein grobes Foul an Benjamin Sulimani beging und zurecht mit Rot des Feldes verwiesen wurde (54.). Kühbauer musste deshalb Ersatz-Goalie Patrick Tischler anstelle von Stürmer Friesenbichler einwechseln. Doch den Gästen aus Favoriten gelang gegen die dezimierten Admiraner lediglich der Anschlusstreffer durch Ivica Zunic, der mit einem herrlichen Weitschuss Tischler keine Chance ließ (74.).
Red Bull Juniors Salzburg - Vienna 5:1
Ein Doppelpack von Issiaka Ouedraogo (10., 33.) sowie ein Triplepack von Marin Matos (56./Elfmeter, 68., 91./Elfmeter) sicherten dem Fixabsteiger aus Salzburg den klaren Heimerfolg. Für die Gäste war lediglich Sebastian Martinez (45.) erfolgreich. Noch dazu sah Viennas Innenverteidiger Alexandre Dorta in der 55. Minute wegen Torraubs die Rote Karte. Für die Juniors war es der letzte Auftritt im EM-Stadion Wals-Siezenheim. Aufgrund der Umrüstung auf Naturrasen wird die Mannschaft von Niko Kovac die restlichen beiden Heimspiele in Pasching austragen.
Auch mit Neo-Coach Schinkels zeigte sich die weiter auf einem Relegationsplatz liegende Vienna kaum verbessert. Ouedraogo nutzte schon in der 10. Minute den sich bietenden Platz zur frühen Führung. Nach dem zweiten Treffers des Stürmers durfte die Vienna kurz hoffen: Martinez traf nach einem Corner Sekunden vor dem Pausenpfiff zum Anschlusstreffer. Die Hoffnung auf einen Punktgewinn währte aber nur kurz. Nach dem harten Ausschluss gegen Dorta, der Ouedraogo am Torschuss hinderte, schlug Matos noch dreimal zu.
FC Lustenau - Hartberg 3:1
In einer sehr flotten Partie der zwei Clubs, die zuletzt jeweils zwei Siege feierten, gingen die Gastgeber in der 19. Minute durch Fröschl, der am 16er alleine zum Schluss kam, in Führung. Den Ausgleichstreffer verwandelte drei Minuten später per Elfmeter Bürger, der sein 17. Saisontor erzielte. Doch noch vor Seitenwechsel ging Lustenau erneut in Führung, abermals war Fröschl erfolgreich (38.).
Das Match blieb auch nach Seitenwechsel unterhaltsam. In der 77. Minute sah Kelbert die Gelb-Rote Karte und musste vom Platz, für die Spielentscheidung und den verdienten Lustenauer 3:1-(2:1)-Sieg sorgte wenige Minuten später Santana mit seinem ersten Erste-Liga-Treffer (81.).
Der FC Lustenau hat in der ersten Instanz im Lizenzierungsverfahren vorerst keine Spielbewilligung für die Erste Liga 2010/11 erhalten. "Die Überraschung ist groß, ich bin stocksauer, das ist wieder ein wirtschaftlicher Schaden für den Verein. Die Entscheidung ist für mich nicht nachvollziehbar", sagte der verärgerte Präsident Dieter Sperger.
Die Vorarlberger, die für die neue Saison einen Überschuss von 250.000 Euro budgetiert haben, haben bereits das Protestschreiben aufgesetzt. Sperger: "Ich bin 100 Prozent davon überzeugt, dass wir die Lizenz in zweiter Instanz erhalten."
Gratkorn - Dornbirn 5:0
Die siebentplatzierten Steirer waren vor eigenem Publikum in der ersten Hälfte klar tonangebend und münzten ihre Überlegenheit auch in Treffer um. Gerald Puntigam brachte die Hausherren nach Vorarbeit von Bernd Bernsteiner mit einem Schuss vom 16er in Führung (9.). Dubravko Tesevic (20., 45.) sorgte mit gleich zwei verwandelten Foulelfmetern schlussendlich noch vor dem Seitenwechsel für die Vorentscheidung.
Nach der Pause waren die Hausherren darauf bedacht, den Vorsprung zu verwalten, die wenigen Chancen der Vorarlberger blieben ungenützt. Und in der Schlussphase machten Philipp Vorraber (86.) und Adam Cichon (91.) noch einen 5:0-Kantersieg für die Gratkorner perfekt, die sich damit auch für die 1:2-Heimpleite im letzten direkten Duell im eigenen Stadion revanchierten.
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