Rekordmeister Rapid, der bereits am Freitagabend einen 5:3-(2:1)-Heimerfolg über den Tabellenvorletzten Kapfenberg geschafft hatte (Bericht in der Infobox), liegt drei Runden vor Schluss weiter sechs Punkte hinter den Mozartstädtern.
Sollten die Hütteldorfer am Mittwochabend im Wiener Derby bei der Austria nicht gewinnen, dann könnte die Stevens-Truppe - ein Sieg am Dienstagabend in Kapfenberg vorausgesetzt - schon zwei Runden vor Schluss über den Titel jubeln. Bei einer Rapid-Niederlage im Horr-Stadion könnte dem Titelverteidiger in der Steiermark sogar eventuell schon ein Remis zum vorzeitigen Meisterstück reichen.
Salzburg – Wiener Neustadt 4:2
Die Partie gegen Wiener Neustadt begann allerdings mit einem Schock für die Stevens-Elf, denn nach nur 74 Sekunden hieß es 1:0 für die Gäste, wobei dieser Treffer nicht hätte zählen dürfen. Patrick Wolf, der das Führungstor mit seinem Lochpass auf Grünwald perfekt vorbereitet hatte, war nämlich aus Abseitsposition gestartet, wie die Zeitlupe bewies. Doch bereits in Minute elf glückte Marc Janko aus einem Elfer, der aus einem umstrittenen Foul von Reiter an Cziommer resultierte, der Ausgleich.
Danach dominierten die "Bullen" klar und rissen vor allem über links die Gäste-Abwehr immer wieder erfolgreich auf, so auch vor dem Corner von Leitgeb, der die Führung der Bullen durch einen Kopfball-Aufsetzer von Dudic (Bild) brachte (20.). Nicht einmal drei Minuten später fiel schon das 3:1: Einen Svento-Pass zur Mitte verwertete Janko per Ferserl und Gurkerl zu seinem 18. Saisontor (23.), mit dem er nun gemeinsam mit Rapid-Regisseur Steffen Hofmann und seinem Salzburger Sturmkollegen Roman Wallner die Torschützenliste anführt.
Und in Minute 27 war die Partie dann endgültig entschieden, als Afolabi nach einem weiteren Leitgeb-Eckball hochstieg und mit einem wuchtigen Kopfball ins lange Eck das 4:1 besorgte. Danach spielten die wahrlich meisterlich agierenden Salzburger den sicheren Sieg problemlos nach Hause und vergaben mehrere Chancen auf einen noch höheren Erfolg. In der Nachspielzeit betrieb Kurtisi nach einer Flanke von Haselberger noch Ergebniskosmetik für die Niederösterreicher (92.).
Mattersburg - Austria Kärnten 1:1
Im Kampf um Platz fünf hat der SV Mattersburg einen Rückschlag erlitten. Die sechstplatzierten Burgenländer kamen vor nur 2.800 Zuschauern im Pappelstadion gegen den Absteiger SK Austria Kärnten über ein 1:1-(0:0)-Remis nicht hinaus und liegen nun drei Runden vor Schluss fünf Zähler hinter dem SC Wiener Neustadt zurück.
Matthias Lindner (58.) brachte die Burgenländer nach einer mustergültigen Vorarbeit von Manuel Seidl zwar in Front, Markus Pink (77.) rettete dem Tabellenletzten mit seinem ersten Bundesligatreffer aber noch einen Punktgewinn. Es war erst der zweite Punkt, den die Klagenfurter in sechs Anläufen aus dem Pappelstadion mit nach Hause nehmen konnten.
Das Spiel passte sich in der ersten Hälfte der mageren Stimmung im Pappelstadion an. Die von Mattersburg-Coach Franz Lederer geforderte Reaktion nach der 1:5-Pleite bei der Wiener Austria blieb vorerst aus. Nach dem Seitenwechsel kamen die Hausherren dann mit mehr Elan aus der Kabine, übernahmen das Kommando und gingen auch verdient in Führung. Nach einer weiten Seidl-Idealflanke nahm sich Lindner den Ball herunter und schoss im Stile eines Goalgetters mit links ins Eck ein (58.). Danach hatten die Mattersburger mehrere Chancen auf das 2:0, ließen aber die nötige Effizienz vermissen.
Und die vergebenen Chancen rächten sich prompt, die Gäste kamen aus dem Nichts zum Ausgleich. Nach einem Eckball konnte Bliem einen Hierländer-Schuss noch abwehren, gegen den Nachschuss von Pink war der Mattersburg-Goalie aber machtlos (77.). Mattersburg-Trainer Lederer verpasste damit seinen 50. Bundesliga-Heimsieg als Coach der Burgenländer.
SV Ried - Sturm Graz 1:2
Der SV Ried ist die erhoffte Revanche an Sturm Graz für die Heimniederlage im Cup-Halbfinale misslungen. Dank eines Doppelschlags durch den eingewechselten Mario Haas (72.) und Kienzl (74.) drehte das Team von Franco Foda nach dem Wechsel die Partie von 0:1 auf 2:1 und feierte im Innviertel den erst dritten Sieg in den jüngsten zehn Runden. Rieds Heimschwäche setzte sich fort, die 2008/09 daheim ungeschlagene Gludovatz-Elf kassierte die bereits siebente Saisonniederlage im eigenen Stadion.
Stefan Lexa hatte die Gastgeber in Führung gebracht (37.), als er nach Hammerer-Vorarbeit (düpierte den künftigen Rapidler Sonnleitner) zwei Abwehrspieler mit einer Körpertäuschung aussteigen ließ und seinen fünften Saisontreffer erzielte. Ried spielte ohne die verletzten Stocklasa, Glasner, Mader und Nacho mit Viererkette und diese hielt den Angriffen zunächst stand.
Doch Cup-Finalist Sturm zeigte sich weiterhin ambitioniert, Jantscher prüfte Keeper Gebauer gleich nach Wiederbeginn und leitete auch die Vorarbeit zum Ausgleich. Nachdem zuvor die Stange das 2:0 der Rieder durch einen Nuhiu-Kopfball verhindert hatte, knallte Haas das Leder aus zehn Metern unhaltbar unter die Latte. Die Grazer gewannen dank der zahlreichen Chancen in der zweiten Hälfte durchaus verdient.
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