Der Mittelfeldspieler nahm nach kritischen Worten von Sportstaatssekretärin Rama Yade auch Stellung zu seiner Zukunft bei den "Bleus". "Das Trikot der französischen Nationalmannschaft ist heilig", hatte Yade am Donnerstag erklärt und betont, sollte ein Ermittlungsverfahren gegen Ribery eingeleitet werden, werde er das Trikot nicht tragen dürfen.
"Ich bin stolz, Franzose zu sein. Wenn ich bei den 'Bleus' bin, bin ich immer glücklich, für mein Land zu spielen. Ich habe mich immer voll eingesetzt. Das ist eine Ehre. Ich will nach Südafrika und die bestmögliche WM spielen", sagte Ribery.
Ermittler wollen Verfahren verzögern
Die Tageszeitung "Liberation" berichtete am Freitag, die Ermittler wollten mit weiteren Schritten bis nach dem Turnier in Südafrika warten. Dem Bericht zufolge wollen die Ermittler nicht das Risiko eingehen, Ribery der WM-Teilnahme zu berauben. Dieser hatte laut Pariser Staatsanwaltschaft zugegeben, Kontakt zu einer Prostituierten gehabt zu haben. Er versicherte demnach aber, nicht gewusst zu haben, dass sie seinerzeit minderjährig war.
Die Frage, ob Ribery über das Alter der Prostituierten informiert war, ist nun entscheidend für die Einleitung eines Strafverfahrens. Für Beziehungen zu minderjährigen Prostituierten sieht das französische Recht Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von bis zu 45.000 Euro vor.
Die heute 18-jährige Zahia Dehar bekräftigte in einem Interview mit der französischen Illustrierten "Paris Match", weder Ribery noch andere französische Fußballer unter ihren Kunden hätten gewusst, dass sie minderjährig gewesen sei. Am 7. April 2009 flog sie demnach nach München, um Ribery zu treffen. "Das war zu seinem Geburtstag, als er 26 wurde." Ribery habe dafür ein Zimmer in einem Luxushotel reserviert. "Wir haben Sex gehabt, und er hat mich bezahlt." Wie alt sie gewesen sei, habe er nicht gewusst.
Neben Ribery soll auch Real-Madrid-Stürmer Karim Benzema mit der jungen Frau Sex gehabt haben, als sie noch minderjährig gewesen ist. Die Zeitung "Liberation" zitierte einen leitenden Ermittler mit der Angabe, Benzema solle erst nach der WM vom 11. Juni bis 11. Juli vernommen werden. "Vor der Weltmeisterschaft bewegen wir uns nicht mehr", sagte er laut dem Blatt. "Es ist nicht sehr nützlich, zu schnell vorzugehen. Die Folgen könnten zu schwerwiegend sein."
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