18.07.2019 15:46 |

Rackete erneut verhört

„Es sollte um die Bürgerkriegsflüchtlinge gehen“

Die deutsche Kapitänin Carola Rackete ist am Donnerstag von der italienischen Staatsanwaltschaft in Sizilien befragt worden. Die 31-Jährige erschien am Vormittag im Justizpalast von Agrigent in Begleitung ihrer beiden Rechtsanwälte, antwortete jedoch nicht auf Fragen der wartenden Journalisten. Im Justizpalast selbst stand sie den Staatsanwälten während ihrer stundenlangen Befragung Rede und Antwort. Die 31-jährige Deutsche, gegen die wegen Beihilfe zur illegalen Einwanderung sowie Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und gegen ein Kriegsschiff ermittelt wird, zeigte sich anschließend erleichtert. Sie sei froh, dass sie den Staatsanwälten die Situation erklären konnte. 

Gleichzeitig betonte Rackete, dass es gar nicht um ihre Person, sondern vielmehr um die Sache selbst gehen sollte. „Wir haben Tausende von Flüchtlinge in einem Bürgerkriegsland, die dort eigentlich dringend evakuiert werden müssten“, betonte die Kapitänin des Rettungsschiffes Sea-Watch 3. „Ich erwarte von der Europäischen Kommission insbesondere, dass sie sich möglichst schnell dazu einigt, wie diese Bootsflüchtlinge in Europa aufgeteilt werden sollen", so Rackete weiter. Ihr Anwalt protestierte gegen die „Kriminalisierung“ von NGOs, die im Mittelmeer Migranten retten. Gamberini warf dem rechtspopulistischen Innenminister Matteo Salvini vor, ein Klima des Hasses zu nähren.

Während der Anhörung fand eine Kundgebung für Rackete statt. „Menschenleben zu retten, ist kein Verbrechen“, stand auf einem Spruchband. Aktivisten einiger NGOs verteilten Flugblätter zur Unterstützung von Rettungsaktionen im Mittelmeer. Die 31-Jährige hatte in einem Interview vor wenigen Tagen auf ihre Linie beharrt und gemeint, Europa habe auch die Verantwortung, Klimaflüchtlinge aufzunehmen.

Tage vor Anhörung in geheimem Ort in den Alpen verbracht
Die 31-Jährige war am 2. Juli nach der Entscheidung einer Ermittlungsrichterin in der sizilianischen Stadt Agrigent aus dem Hausarrest entlassen worden. Wenige Tage zuvor war Rackete mit der Sea-Watch 3 und 40 Migranten an Bord unerlaubt in den Hafen von Lampedusa eingefahren und festgenommen worden.

Video: Hier wird Carola Rackete verhaftet

Die Ermittlungsrichterin hob den Hausarrest nach drei Tagen wieder auf und ließ die Vorwürfe gegen die Deutsche fallen. In einem getrennten Verfahren wird aber weiter gegen sie ermittelt. Die letzten Tage hatte Rackete, die auch Drohungen erhalten hatte, an einem geheimen Ort in den Alpen verbracht. Noch ist derzeit unklar, ob sie in Italien bleiben wird.

Rackete klagt Innenminister Salvini
Die Kapitänin der deutschen Seenotrettungsorganisation Sea-Watch hat übrigens ihrerseits Klage gegen Salvini erhoben, weil er Hassbotschaften gegen sie gesendet und andere Menschen aufgestachelt habe. Salvini hatte die 31-Jährige unter anderem als „Nervensäge“ und „verbrecherische Kapitänin“ bezeichnet und erklärt, Rackete habe „versucht, fünf italienische Soldaten zu töten“.

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