E-Card bald am Handy

Digitale Termine sollen Ärzte-Wartezeit verkürzen

Wirtschaft
22.01.2026 12:55

Vor genau 20 Jahren wurde die E-Card in Österreich eingeführt, in einer „Zukunftsvereinbarung“ wollen Sozialversicherungsträger, Ärztekammer und das Gesundheitsministerium die Digitalisierung im Gesundheitssystem weiter vorantreiben.

„Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, um unser Gesundheitssystem fairer und funktionaler zu gestalten“, ist Claudia Neumayer-Stickler, Vorsitzende der Konferenz der Sozialversicherungsträger, überzeugt. Genau deshalb haben Verhandlungen mit Ärztekammer und Gesundheitsministerium stattgefunden, um bis 2030 weitere „e-Health-Projekte“ umzusetzen.

„Mehr Zeit für Patientenversorgung“
Als Positivbeispiel dient dazu die vor 20 Jahren eingeführte E-Card, die laut Neumayer-Stickler „viel mehr als nur eine Karte ist“: 2005 wurden rund 116 Millionen Euro für die Einführung in die Hand genommen, seither wurden etwa eine Milliarde Krankenscheine und pro Jahr 70 Millionen Papierrezepte eingespart. Heute gibt es rund 9,1 Millionen aktive E-Cards, 14.000 niedergelassene Ärzte, rund 3000 Krankenanstalten und 1400 Apotheken sind an das System angeschlossen. „Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess“, betont Gesundheitsministerin Korinna Schumann. Man spare sich dadurch wertvolle Zeit, die woanders dringend benötigt wird, „nämlich in der Versorgung von Patienten!“

Digitales Terminsystem und E-Card am Handy
In einer „Zukunftsvereinbarung“ einigten sich Ärztekammer, SV-Träger und Politik auf eine Ausweitung der digitalen Angebote und Funktionen. So soll etwa noch heuer die digitale E-Card am Smartphone eingeführt werden, auch ein elektronischer Terminservice ist noch für 2026 geplant, um möglichst rasche Termine bei Ärzten zu ermöglichen. Ab 2027 sollen Verschreibungen und medizinische Verordnungen zum Beispiel von Krankentransporten digitalisiert nutzbar sein: „Mit dieser Zukunftsvereinbarung sagen wir der Zettelwirtschaft den Kampf an – 25 Millionen Zettel möchten wir wegbringen“, so Peter McDonald, stellvertretender Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger.

Befunde aus der Vorsorgeuntersuchung sollen ab nächstem Jahr auch in der ELGA (elektronische Gesundheitsakte) abrufbar sein. Bereits jetzt werden über die E-Card und ihre Services über eine Million Befundblätter jährlich von Ärzten erfasst. Auch in Sachen Diagnose-Codierung, also die Dokumentation von Diagnosen zur Steuerung des Gesundheitssystems, läuft gerade eine Pilotphase, „um zu einer praxisnahen und gesetzeskonformen Lösung zu kommen“.

Zitat Icon

Millionen an Stunden Bürokratie, Millionen mögliche Fehlerquellen, Millionen Gründe, warum die Digitalisierung wichtig ist.

Peter McDonald, stellvertretender Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger

Telemedizin-Projekt soll in den nächsten zwei Jahren kommen
Die elektronische Zuweisung zu Fachärzten oder Untersuchungsbereichen wie CT oder MRT erspare den Ärzten viel bürokratischen Aufwand: „Und die Patienten müssen auch nicht mehr mit den Zetteln hin und her laufen“, zeigt sich Ärztekammer-Vizepräsident Edgar Wutscher positiv. Ab Oktober 2027 wird dieses Projekt für alle Wahlärzte, die die E-Card-Services nutzen und mehr als 300 Kassenpatienten pro Jahr behandeln, verpflichtend sein. Ärzte müssen dann spätestens ein entsprechendes Softwaremodul beziehen oder die E-Card-Web-Oberfläche benutzen. Und auch mit dem Thema Videokonsultation bzw. Telemedizin beschäftigt sich die Zukunftsvereinbarung: „Wir setzen das Projekt aber völlig neu auf, wir hoffen auf eine Einigung in den kommenden zwei Jahren“, so Wutscher.

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