16.07.2019 06:00 |

Abhängig von Nachbarn

Bettel-Odyssee: Pensionist kämpft um Solaranlage

Dass man niemals zu alt für den Umweltschutz ist, beweist Wolfgang D. Der 89-jährige Wiener will seine Terrasse mit einer Solaranlage ausstatten. Doch das Absurde: Für die Genehmigung muss der Pensionist aus dem 15. Bezirk bei 30 Nachbarn regelrecht betteln gehen. Umweltschutz ist überall gewünscht, aber ein Spießrutenlauf.

„Die Klimaschutz-Debatte ist allgegenwärtig, daher habe ich mir die Frage gestellt: Was kann ich als Einzelperson dazu beitragen?“, erzählt der Wiener. Schnell wurde die Idee geboren, eine Solaranlage auf der eigenen Terrasse zu installieren. „Überall wird diese umweltfreundliche Variante beworben, und wir haben den Platz dafür“, dachte sich Wolfgang D.

Zustimmung aller Eigentümer nötig
In einem Schreiben an die Hausverwaltung bat der Rentner um Erlaubnis. Prompt folgte eine Absage - mit Vorbehalt: Da für jede Veränderung an den Außenanlagen die Zustimmung aller Eigentümer nötig ist, muss der Mieter zuerst das Einverständnis seines Eigentümers einholen, um danach bei 30 Nachbarn für sein Vorhaben zu werben. „Das ist doch ein Spießrutenlauf zum Quadrat“, ärgert sich Wolfgang D.

Was bei Solaranlagen beachtet werden muss
In Wien bietet unter anderem Wien Energie die Errichtung von Solaranlagen für Private an. Neben der Zustimmung des Eigentümers ist eine Baugenehmigung und Bewilligung nach dem Wiener Elektrizitätswirtschaftsgesetz nötig. Dazu kommt die technische Abklärung. Will man sich die Bürokratie ersparen, bietet das Unternehmen Komplett-Angebote an, kostenlose Beratung gibt es in der Zentrale Spittelau.

Isabella Kubicek, Kronen Zeitung

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