11.07.2019 13:47 |

Polinikhütte

„Wir haben Zeit für unsere Gäste!“

Die 1873 Meter hoch gelegene Polinikhütte oberhalb des Mölltals ist ein beliebtes Ausflugsziel, das seit 19 Jahren von Hüttenwirtin Marianne Gussnig betrieben wird.

Wer Marianne kennt, der schätzt sie auch. Denn die sympathische Obervellacherin (77) ist einfach eine herzliche Hüttenwirtin mit Leib und Seele, auch wenn sie es so nie geplant hatte. „Unsere Familie war schon immer sehr eng mit dem Alpenverein verbunden, mein Mann hat viel für den Verein gearbeitet, wir waren mit den Kindern oft heroben, und meine Tochter Barbara sagte schon als kleines Mädchen, dass sie einmal die Hütte pachten werde. Und so kam es auch, doch Barbara war es als junge Frau viel zu langweilig. Weil sie jedoch viel investiert hatte, habe ich die Hütte übernommen, denn ich hatte damals auch die Zeit, da ich gerade meine Pension angetreten hatte.“

Bei uns gibt es keine grantigen Leute

Mittlerweile hat für Marianne der 19. Sommer auf der Schutzhütte der Alpenvereinssektion Mölltal - der drittältesten Sektion Kärntens - begonnen. „Ich liebe es einfach, hier oben in den Bergen der Kreuzeckgruppe zu sein“, schwärmt Marianne: „Bei uns gibt es keine grantigen Leute, wir sind’s nicht, und unsere Gäste auch nicht. Dafür sorgt allein der fantastische Ausblick über das Mölltal bis zum Millstätter See.“ Die 132 Jahre alte Polinikhütte wurde 1883 von Dr. Carl Gussenbauer, einem bekannten Obervellacher Chirurgen, der später Rektor der Universität Wien war, als Jagdhütte errichtet und 1887 vom Deutschen Alpenverein übernommen. Die Polinikhütte ist jedoch keine klassische Tourismushütte, da sie an keinem Wanderweg liegt. Dafür zieht es immer mehr Mountainbiker zu Marianne hinauf, die in den Sommermonaten von ihrer Tochter Kornelia unterstützt wird.

Aber auch Mariannes Mann Helmuth (89) hilft tatkräftig mit: „Er ist zuständig für das Holzmachen und er hält die Wege rund um die Hütte frei.“ Für Marianne und Kornelia, die von allen nur Neli genannt wird, ist die Polnikhütte ihr ganz persönlicher Kraftort. Schon im Frühjahr freuen sich die beiden auf ihre Arbeit in der Schutzhütte. „Unser Herz geht auf, wenn wir nach dem Winter im Frühjahr wieder hinauf kommen.“ Doch bevor es auf den Berg geht, führt der erste Weg in den Großmarkt nach Spittal. „Bei der Eindeckung kaufen wir fast alles ein, was wir in den Sommermonaten benötigen.“ Besonders gerne verarbeiten Marianne und Neli regionale Produkte und Produkte der Kärntnermilch. „Wenn die Qualität bei den Rohprodukten passt, dann passt auch das Endprodukt“, ist Marianne überzeugt, deren Spezialität verschiedenste Krapfen und das Polinikpfandl sind. „Außerdem gibt es bei uns den besten Kaiserschmarren“, ist Neli überzeugt. Verständlich, dass die viele Mölltaler gerne zum Essen auf die Polinikhütte kommen, denn hier passen Qualität und Preis einfach zusammen. „Bei mir geht aus der Küche nichts raus, was ich nicht selbst essen würde.“

Die Polinikhütte ist ein ganz besonderer KraftortFreie Tage gibt es im Bergsommer für Marianne und Neli nicht. „Ich habe vier Töchter, die meinen Mann zu Hause in der Landwirtschaft unterstützen. Wenn das nicht funktionieren würde, könne ich nicht in aller Ruhe meine Mutter unterstützen“, sagt Neli. Und das spürt man auf der Polinikhütte auch. Es gibt keinen Stress, keine Massenabfertigung. „Wir haben noch Zeit für unsere Gäste“, stellt Marianne klar. Und wenn’s einmal im Sommer regnet, dann kann es schon vorkommen, dass niemand den Weg hinauf zur Polinikhütte findet. Die Polinikhütte ist der ideale Ausgangspunkt für Touren, etwa auf den Polinik, dem 2784 Meter hohen Hausberg von Obervellach und Namensgeber für die Schutzhütte. Marianne: „Die meisten Bergsteiger bleiben eine Nacht bei uns und starten dann frühmorgens, gestärkt durch ein köstliches Frühstück.“ Diesen und noch einen Sommer möchte Marianne auf der Polinikhütte verbringen. „Dann habe ich die 20 Jahre voll.“ Ihre Nachfolge hat die Obervellacherin für sich längst geklärt: „Neli will die Schutzhütte nach mir weiter führen.“ 

Hannes Wallner
Hannes Wallner
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