Knochenbrecher-Foul

Gustafsson nach der OP: “Ich kämpfe mich zurück!”

Fußball
19.04.2010 16:04
Eddie Gustafsson geht es laut Auskunft seines Arztes am Tag nach der Operation verhältnismäßig gut. "Er sitzt bereits lächelnd im Bett", berichtete Helmut Klampfer am Montagnachmittag. Es gebe aber noch zwei, drei kritische Tage. "Es können Entzündungen und Schwellungen auftreten, die möglicherweise Folgeoperationen nach sich ziehen." Den 40 Zentimeter langen Marknagel muss der Schwede, der einen Schienbein- und mehrere Wadenbeinbrüche erlitt, mindestens ein Jahr lang tragen.

Gustafsson selbst bedankte sich in einem Statement für die Genesungswünsche. "Es ist zwar ein trauriger Anlass - aber ich bin überwältigt von der Reaktion von so vielen Menschen, von Fans aus allen Lagern. Ich bin grundsätzlich ein positiver Mensch, und so muss ich auch mit dieser Situation umgehen. Ich bin aber auch ein Kämpfer, und so werde ich alles daran setzen, möglichst rasch zurückzukehren", ließ der 33-Jährige ausrichten.

Erinnerungen an Hermann Maier
Die Verletzung des Torhüters sei laut Klampfer ein wenig mit jener von Hermann Maier vergleichbar. Beim Skistar seien bei seinem Motorradunfall aber im Gegensatz zu Gustafsson auch die Nerven verletzt worden. Dies ist zum Glück für den Torhüter nun nicht der Fall.

Coach Huub Stevens erklärte, nach dem Studium der TV-Bilder nicht gut geschlafen zu haben. Seinen geschockten Profis habe er deshalb am Montag freigegeben, weil sie ganz einfach im Kopf frei werden müssen. "So eine Entscheidung kann die Meisterschaft beeinträchtigen", erklärte der Niederländer.

Keine juristischen Schritte gegen Kragl
Von juristischer Seite wird es vonseiten des Meisters keine Schritte gegen den Linzer Kragl, der sich noch während des Spiels bei Gustafsson entschuldigte, geben. "Wir werden keinerlei rechtliche Schritte gegen den Spieler einleiten", bestätigte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. Gustafsson werde vom Verein den nötigen Rückhalt erhalten. Trotzdem sei es wichtig, dass der Stammtorhüter im Sommer adäquat ersetzt wird. Im Meisterschaftsfinish steht der 37-jährige Heinz Arzberger im Salzburger Tor. Arzbergers Vertrag läuft aber mit Saisonende aus, und U21-Teamtorhüter Wolfgang Schober scheint als Nummer eins noch überfordert.

Schock bei den Salzburgern
Nach dem Schlusspfiff am Sonntag auf der Linzer Gugl war den Spielern und Betreuern des Meisters die Sorge um ihren Kapitän ins Gesicht geschrieben gewesen. "Der Titel interessiert mich nach solchen Ereignissen überhaupt nicht", erklärte Trainer Stevens. "Die Spieler waren geschockt. Da ist es nur zu verständlich, dass sie nach dem Vorfall nicht mehr wirklich gut waren." Verärgert war der Niederländer, dass die Attacke des übermotivierten Kragl nicht mit Rot bedacht wurde.

Bestürzung in Schweden
Auch in Schweden war die Nachricht von der Verletzung des Teamtorhüters ein großes Thema. "Überfall auf schwedischen Team-Torhüter - Schreckensbilder von Eddie", titelte die Homepage des Boulevardblatts "Aftonbladet", und "Svenska Dagbladet" meinte: "Teamtorhüter mit Tritt brutal das Bein gebrochen". Kommentatoren forderten eine Sperre für Kragl und Schiedsrichter Lechner. Für Letzteren, weil er das Foul nur mit einer Gelben Karte geahndet hatte.

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