05.07.2019 11:50 |

5G-Ausbau

Huawei plant angeblich Forschungszentrum in Wien

Rund drei Milliarden Euro soll der Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes laut Schätzungen der heimischen Telekombranche kosten - das weckt auch international Begehrlichkeiten. Der chinesische Telekomausrüster Huawei signalisiert jedenfalls Interesse. Angeblich eröffnet das Unternehmen im Oktober ein Forschungszentrum in Wien.

Das berichtete der „Kurier“ am Freitag. Eine offizielle Bestätigung seitens des Konzerns liegt den Angaben zufolge nicht vor. Vergangenen September habe der amtierende Huawei-Chef Guo Ping aber im Zuge seines Besuchs beim damaligen Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits angekündigt, die Zusammenarbeit mit Österreich im Bereich Forschung und Entwicklung zu forcieren.

Am 19. September wird Huawei-Vorstand ChaoBin Yang, der im Konzern für den Mobilfunkstandard 5G verantwortlich ist, die Eröffnungsrede der heurigen Digitalkonferenz „Darwin‘s Circle“ im Haus der Industrie in Wien halten. Zielgruppe der Veranstaltung sind heimische Führungskräfte, die sich mit internationalen Technologie-Größen über die Möglichkeiten der Digitalisierung austauschen.

A1 setzt auf Nokia, Drei und Magenta noch unentschlossen
A1 hat sich bereits für den finnischen Netzwerkausrüster Nokia als 5G-Partner entschieden. Mitbewerber Drei habe noch keine Entscheidung getroffen und wolle niemanden ausschließen. Mauern hochzuziehen sei sicher der falsche Weg, so Drei-Chef Jan Trionow. „Ohne chinesische Hardware, ohne amerikanische Software können wir im großen Konzert nicht mitspielen.“ Bei 4G kooperiere Drei mit dem chinesischen Huawei-Konkurrenten ZTE, der auch 5G-Partner werden könnte.

Magenta (vormals T-Mobile) hat sich dem Bericht nach ebenfalls noch nicht entschieden, setzt aber auf mehrere Hersteller. Die Beschaffungsstrategie werde derzeit neu bewertet, daher könne man keine Aussagen treffen, wo im Netz welche Bauteile von welchem Hersteller genutzt würden, so Magenta-Chef Andreas Bierwirth. Grundsätzlich verfolge das Unternehmen eine „Multi-Vendor“-Strategie.

Politisch umstritten
Österreich hält die Tür für den international politisch umstrittenen, chinesischen IT-Riesen jedenfalls offen. Australien und Neuseeland haben Huawei bereits vom 5G-Mobilfunkausbau ausgeschlossen. In den USA erhält der private chinesische Konzern, der weltweit 18.000 Mitarbeiter beschäftigt, keine Regierungsaufträge. 
Geheimdienste werfen dem Unternehmen Verbindungen zur chinesischen Regierung vor und vermuten, Ausrüstung oder Handys könnten für das Ausspionieren von Staats- oder Firmengeheimnissen benützt werden. Huawei weist die Vorwürfe zurück.

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