Die Steirer wurden für eine wirklich starke Vorstellung im Horr-Stadion nicht belohnt und liegen nun bereits acht Punkte hinter der Austria auf Platz vier.
Sturm hatte lange Zeit deutlich mehr Spielanteile, eine Fehlentscheidung stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Nach einem Corner war der Ball von Austria-Verteidiger Manuel Ortlechner zu Linz gekommen, der im Wissen um seine Abseitsposition nur zögerlich einschoss. Die Sturm-Defensive um Keeper Christian Gratzei war in Erwartung des Pfiffes gar nicht mehr eingeschritten, Referee Dietmar Drabek und Assistent Bernhard Zauner gaben den Treffer allerdings. Dabei war Linz schon zuvor beim Schuss des eingewechselten Tomas Jun, den Gratzei pariert hatte, im Abseits gewesen.
Grazer müssen auf Sieg im Cup hoffen
Während die glückliche Austria sieben Runden vor Schluss mit weiterhin drei Punkten Rückstand auf den Lokalrivalen Rapid sogar noch auf Platz zwei schielen darf, müssen die Grazer ihre internationalen Hoffnungen wohl auf den Cup beschränken. Dort trifft Sturm im Halbfinale auf Ried. Aus vier Duellen mit der Austria haben die Steirer nur einen Punkt geholt, drei davon gewannen die Wiener 1:0. Die Favoritner präsentieren sich generell als Minimalisten. Die vergangenen vier Spiele hat die Austria allesamt 1:0 gewonnen, in der gesamten Saison sogar bereits neunmal.
Bei den Wienern war Defensivabräumer Matthias Hattenberger nach beigelegten Unstimmigkeiten mit Trainer Karl Daxbacher in die Startformation zurückgekehrt, für Sturm gab der ÖFB-Internationale Mario Kienzl als Kapitän sein Comeback nach im August erlittenem Kreuzbandriss. Der 26-jährige Mittelfeldspieler versäumte einen perfekten Einstand nur um Haaresbreite, als sein zweiter Schussversuch die linke Innenstange traf (24.).
Violette Offensive kaum vorhanden
Nach vorsichtigem Beginn erspielte sich Sturm klare Vorteile. Das Kombinationsspiel funktionierte, Zählbares sprang aber nicht heraus. Eine Großchance ließ Andreas Hölzl aus, der nach Flanke des agilen Jakob Jantscher im Fünfmeterraum vergab (39.). Einen Distanzschuss von Jantscher parierte Austria-Keeper Heinz Lindner sicher (36.), die violette Offensive war kaum vorhanden. Ein erstes Abseitstor von Linz wurde noch zurecht nicht anerkannt (34.).
Nach der irregulären Führung wirkte auch die Austria präsenter, die nächste Gelegenheit fand aber Daniel Beichler vor. Der Sturm-Jungstar schoss nach Jantscher-Querpass aus kurzer Distanz über das Tor (52.), einem Volley von Jantscher erging es ähnlich (61.). Die vorzeitige Entscheidung verabsäumte auf der Gegenseite Zlatko Junuzovic, der nach genialem Zuspiel von Milenko Acimovic am glänzend reagierenden Gratzei scheiterte (71.). Auch den Nachschuss von Jun parierte der Sturm-Goalie - die einzige Großchance der Wiener neben dem regelwidrigen Treffer von Linz.
Austria im Horr-Stadion eine Macht
Die Austria hat damit von den vergangenen 36 Heimspielen in der Liga nur zwei verloren, Sturm dagegen in den jüngsten sechs Ligaspielen nur einen einzigen Sieg (3:0 in Kapfenberg) eingefahren. Platz vier ist mit elf Punkten Vorsprung auf Wiener Neustadt zwar ungefährdet, beschert den Grazern aber keinen Startplatz in der Europa League, da keines der drei Topteams Salzburg, Rapid und Austria mehr im Cup vertreten ist.
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