23.06.2004 14:07 |

Gift in Pyjamas

Chemikalien in Disney-Kinderbekleidung

Donald-Duck-T-Shirts, Micky-Maus-Jacken oder Goofy-Pullover – Kinder lieben es, sie zu tragen und Erwachsene lieben es, ihre Sprösslinge in die herzigen Disney-Kleidungsstücke zu stecken. Aber Achtung: Greenpeace hat herausgefunden, dass Disney-Kinderbekleidung Schadstoffe enthält, die für die Gesundheit ein großes Risiko darstellen. Besonders betroffen ist ein „Minnie-Maus“-Pyjama, der beim C&A in Österreich erhältlich ist! (Alle Bilder stammen aus dem Greenpeace-Spot - siehe Linkbox!)
Für die weltweite Greenpeace-Untersuchungwurden bei Handelsketten in 19 verschiedenen Ländern - darunterEuropa, Asien, Nord- und Südamerika sowie Neuseeland - unteranderem T-Shirts, Pyjamas und Unterwäsche mit aufgedrucktenDisney-Motiven gekauft. Die Aufdrucke jedes Artikels wurden anschließendvon Eurofins, einem unabhängigen dänischen Labor, aufdiverse gefährliche Chemikalien hin untersucht. Das traurigeErgebnis: Bei den meisten Disney-Aufdrucken wurden Risiko-Chemikalienin hoher Konzentration gefunden.
 
Aber es gibt auch Gutes zu vermelden: Bestimmtegefährliche Schadstoffe kamen für die Herstellung mancherAufdrucke überhaupt nicht zur Anwendung. Dies sei ein deutlicherHinweis darauf, dass eine Firma, der chemiefreie Kinderkleidungein Anliegen sei, beim Bedrucken ihrer T-Shirts mit Micky Maus,Donald und Goofy zur Gänze auf Schadstoffe verzichten könne,so Greenpeace.
 
"Minnie-Maus"-Pyjama sehr gefährlich
Bei den meisten der getesteten Produkte wurden hoheKonzentrationen von Risiko-Chemikalien - wie Rückständevon Phthalate, Schwermetalle oder Formaldehyd - festgestellt.Der in Österreich gekaufte "Minnie-Maus"-Pyjama wies mit1700 mg/kg gar die höchsten Konzentration an Alkylphenol-Ethoxylaten(APES) unter allen getesteten Produkten auf. APES imitieren dieEigenschaften von Östrogen und können daher das Hormonsystemstören. Es ist z.B. bekannt, dass APES zur Verweiblichungvon Fischen führt. Für APES gibt es keine gesetzlichenGrenzwerte für Bekleidung.
 
Mit gutem Beispiel voran
Greenpeace vermutet, dass diese Chemikalien aus denbunten Aufdrucken stammen, die mit PVC Plastinol produziert wurden,da PVC-freie Kleidungsstücke weit weniger belastet waren.So enthielt eine "Tigger Weste" von Hennes&Mauritz, die inDänemark gekauft wurde, nur sehr kleine Mengen der schädlichenChemikalien. Mit gutem Beispiel voran: H&M hat 2002 beschlossen,kein PVC in ihrer Kleidung und den Aufdrucken zu verwenden. Aucheinige andere Textilketten haben bereits begrüßenswerteInitiativen gegen die Verwendung gefährlicher Chemikalienbei der Kleiderherstellung gestartet.
 
"Disney völlig verantwortungslos"
Da es möglich sei, bunte T-Shirts zu produzieren,ohne gefährliche Chemikalien zu verwenden, erwarte Greenpeacevon Disney, dass sich die Firma endlich um die chemischen Verunreinigungenin ihrer Kinderkleidung kümmere und die gefährlichenSubstanzen ersetze. Denn Kinder mit derartigen Chemikalien zubelasten, sei völlig verantwortungslos, so die Umwelt-Organisation.
 
Die EU diskutiert derzeit über die neue Chemikalien-Richtlinie.In dem Originalentwurf mit dem Titel "REACH" lag der Schwerpunktauf dem "Substitutions-Prinzip". Das bedeutet, dass Firmen gefährlicheChemikalien durch sichere Alternativen ersetzen müssen, wenndiese bekannt sind. Wenn dieses Substitutionsprinzip nicht gesetzlichverpflichtend wird, werden Firmen weiterhin Produkte verkaufendürfen, die Chemikalien enthalten.
Donnerstag, 24. Juni 2021
Wetter Symbol