07.06.2019 06:00 |

Mord ohne Leiche

Bluttat geschah kurz vor Rauswurf aus Wohnung

Immer wieder hat es Warnungen, immer wieder Beschwerden über das Verhalten gegeben - bis schließlich ein Mord die Bewohner des Wiener Gemeindebaus in Ottakring erschüttern sollte. Laut Nachbarn und Anrainern kam die erschreckende Bluttat nicht überraschend: „Wir wussten, dass irgendwann etwas Schreckliches passiert.“ Wie die „Krone“ erfuhr, war man jedoch nicht untätig geblieben. Die 30 Jahre alte Verdächtige, in deren Wohnung es zur Bluttat kam, stand kurz vor dem Rauswurf.

Müll und leere Flaschen sollen regelmäßig aus dem Fenster in den Hof geworfen worden sein, Bewohner des Gemeindebaus wurden beschimpft und sogar attackiert. Auch in Lokalen auf der Thaliastraße war die 30 Jahre alte „Melli“ kein gern gesehener Gast mehr. Polizeieinsätze gehörten beinahe zum alltäglichen Bild im Karl-Volkert-Hof.

Doch auch „Wiener Wohnen“ lagen bereits „zahlreiche Beschwerden“ über die Mieterin vor, wie die „Krone“ berichtete. Diese reichten von Ruhestörung über verbale Belästigung bis hin zu Verschmutzungen des Stiegenhauses durch Zigaretten, Urin usw. Auch ein „Messie“ soll die dringend Tatverdächtige gewesen sein, ihre Wohnung war völlig verwahrlost, es roch bis hinaus auf den Flur.

Stadt leitete rechtliche Schritte ein
Wie die „Krone“ in Erfahrung brachte, dürfte Wiener Wohnen den für die Frau gerichtlich bestellten Sachwalter darüber informiert und unter Druck mehrfach zum Handeln aufgefordert haben. Weil nichts passiert ist, hat die Stadt Wien vor der Bluttat rechtliche Schritte eingeleitet, „Melli“ stand kurz vor dem Rauswurf aus der Wohnung. Von Wiener Wohnen heißt es: „Mit dem zuständigen Grätzelpolizisten stehen wir bereits in Kontakt. Es wird so rasch wie möglich einen gemeinsamen Termin geben.“

Tagelang neben Leichnam gelebt
Am Donnerstag waren weitere erschütternde Details rund um den Mord ohne Leiche bekannt geworden. So hatten die beiden mutmaßlichen Täter offenbar zwei Tage lang neben dem Leichnam gelebt, neben dem Toten sogar Sex gehabt. Erst rund 48 Stunden nach der Tat brachten sie den toten 43-Jährigen zum Müllcontainer und legten ihn darin ab - in dem Wissen, dass die MA 48 noch am selben Tag die Behälter leeren würde.

Hoffnungen, die Leiche noch zu finden, gibt es mittlerweile nahezu nicht mehr. Die Polizei geht davon aus, dass sie bereits verbrannt wurde.

Kronen Zeitung, krone.at

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