So, 16. Juni 2019
22.05.2019 16:06

Action-Ballett

„John Wick“: Der Rachegott im Anzug schlägt zurück

Keanu Reeves kehrt in „John Wick: Kapitel 3“ (Kinostart: 23. Mai) als gefährlichster Auftragskiller der Welt zurück. Der dritte und bislang wildeste Teil der kultigen Actionreihe setzt unmittelbar dort ein, wo man John Wick am Ende von Teil 2 gesehen hat: Der Countdown läuft, bis ein 14 Millionen Dollar schweres Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird, weil der Killer gegen die eisernen Gesetze einer weltweiten Verbrecherorganisation verstoßen hat. Mit 54 Jahren zeigt Keanu Reeves als John Wick einmal mehr, warum er einen Platz in der Ruhmeshalle der Action-Ikonen Hollywoods völlig zurecht verdient hat.

Die Welt von John Wick ist böse - und das ist gut so. Eigentlich war der Auftragskiller schon im Ruhestand, nach dem Tod seiner Frau kehrte er aber zurück in diese mystische und zugleich doch so banal bürokratische Welt der Kriminellen, die in den Filmen erschaffen wurde. Die Verbrecher haben sich eine eigene Ordnung geschaffen, eigene Hierarchien. Weil Wick eines ihrer Mitglieder getötet hat, wird er ausgeschlossen und muss als „Excommunicado“ um sein Leben laufen.

Killer im Anzug flüchtet auf Pferd und kämpft am Motorrad
Wick sucht sich in seiner Verzweiflung Hilfe bei einer alten Bekannten aus seiner eigenen, auch nach 3 Kapiteln immer noch recht vage gehaltenen Vorgeschichte. Der Killer im Anzug will sich nicht geschlagen geben und hat einen Plan. Um seinen sicheren Tod zu verhindern, reitet Wick diesmal auf dem Pferd durch Brooklyn, liefert sich auf dem Motorrad bei voller Fahrt einen Schwertkampf, lässt sich von zu Kampfmaschinen trainierten Hunden retten, schleppt sich im Anzug durch die nordafrikanische Wüste und droht am Ende doch Kontrahent Zero, gespielt von Kult-Action-Star Mark Dacascos, vor bombastischer Glas-Kulisse scheibchenweise in seine Einzelteile zerlegt zu werden.

Mit dabei bei dem wilden Action-Abenteuer sind neben Action-Ikone Dacascos („Der Pakt der Wölfe“, „Double Dragon“) Oscar-Preisträgerinnen Halle Berry und Anjelica Huston, Ian McShane („Hellboy“, Odin in „American Gods“) als Continental-Manager Winston, Laurence Fishburne („Matrix“) als König der Bowery, Lance Reddick („John Wick“ und „John Wick: Kapitel 2“) als Concierge Charon und US-Star Asia Kate Dillon als strenge Richterin/Vermittlerin „Adjucator“ der Verbrecherwelt.

Einige der unzähligen Killer, die Jagd auf Wick machen, sind zudem mit hochkarätigen Kampfsport-Schauspielern aus aller Welt besetzt. Leicht gemacht wird es dem pensionierten Auftragsmörder wahrlich nicht, mit einer irgendwie noch heilen Haut davonzukommen.

„Kapitel 3“ gönnt weder seiner Hauptfigur noch den Zusehern auch nur die kleinste Atempause: Die Action setzt unmittelbar nach den Ereignissen in Teil 2 der Action-Saga ein. Einer Saga, die als „kleiner“ Rache-Film eines Auftragsmörders im Ruhestand, dessen Welpe von einem Gangstersohn getötet wird, ihren Anfang nahm. Damals hätte sich niemand vorstellen können, wie populär - und lukrativ - John Wick werden sollte. Heute hat die Geschichte des Typen, der ohne Skrupel Schädel spaltet und sich notfalls selbst die Wunden näht, eine weltweite Fangemeinde.

Stunt-Prügeleien auf höchstem Niveau
Dabei verwundert der Erfolg der Action-Reihe nicht wirklich: Angesichts der Special-Effekte-Schlachten der aktuellen Hollywood-Blockbuster, von Marvels epischen Avengers und den anderen Superhelden über die Weltenschlachten der gigantischen Roboter in der „Transformers“-Reihe bis hin zu den fantastischen Fabelwesen der „Harry Potter“-Fortsetzungen, scheint der Mensch als Handlungsfigur heute ziemlich stark in den Hintergrund gedrängt. Umso erfrischender die handwerklich auf höchstem Niveau choreografierten Stunt-Prügeleien der Wick-Reihe, die einem blutigen Ballett gleichkommen.

Um die hohe Qualität eines dermaßen auf die Spitze getriebenen Gewaltexzesses, für die John Wick zum Garanten geworden ist, auch in „Kapitel 3“ zu gewährleisten, ist Regisseur Chad Stahelski jedenfalls genau der Richtige. Er war früher selbst Stuntman und arbeitete unter anderem im Science-Fiction-Klassiker „Matrix“, preisgekrönt für seine Action-Szenen und Spezial-Effekte, mit Keanu Reeves zusammen. Nun steht Stahelski selbst hinter der Kamera.

John Wick lässt Herzen der Action-Liebhaber höher schlagen
Wenn dann die immer größer anwachsende Schar an Bösewichten, ausgerückt, um das Kopfgeld für John Wick in der Höhe von 14 Millionen US-Dollar zu kassieren, von Reeves mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aus dem Weg geräumt wird, wird es einem fast schon zu viel. Aber eben nur fast, und das Action-liebende Zuschauer-Herz schlägt höher, wenn John Wick und ganze Busladungen an Gangstern in immer weiter eskalierenden Action-Sequenzen bis zum unvermeidlichen Showdown im Continental-Hotel hauen, treten, stechen und schießen, was das Zeug hält. Alles nach dem Motto: "Si vis pacem, para bellum (Wenn du den Frieden willst, bereite den Krieg vor)".

Kinostart von „John Wick: Kapitel 3“: 23. Mai!

Harald Dragan
Harald Dragan

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