19.06.2004 20:24 |

Nullnummer

Torloses Remis zwischen Deutschland und Lettland

Nach einer dürftigen Nullnummer gegen Außenseiter Lettland droht der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wie schon vor vier Jahren nach der Vorrunde der Europameisterschaft die Heimreise. Nur ein Sieg im letzten Spiel der Gruppe D am Mittwoch in Lissabon gegen Tschechien kann dem Vize-Weltmeister noch die Teilnahme am Viertelfinale bescheren.
Vier Tage nach dem hoffnungsvollen Turnierstartbeim 1:1 gegen die Niederlande gelang es dem ideenlosen und vielzu zaghaften Team von Rudi Völler am Samstag vor 22.344 Zuschauernim Estadio do Bessa von Porto nicht, das Abwehrbollwerk des kampfstarkenEM-Neulings zu knacken, der seinen ersten Punktgewinn bei derEM-Endrunde feierte.
 
Geduldsspiel
Bei Temperaturen um 22 Grad fanden die Deutschennicht zu der im Holland-Spiel Erfolg bringenden Aggressivität.Weil Deutschland im Mittelfeld lange Zeit zu bedächtig operierteund zu wenig investierte, um Druck auf die Abwehr der Balten auszuüben,entwickelte sich die Partie zu dem von Völler prophezeitenGeduldsspiel.
 
Schwachstelle Mittelfeld
Fredi Bobic agierte unglücklich und wurde nach67 Minuten von Miroslav Klose abgelöst. Eine Schwachstelledes deutschen Teams, das trotz der mäßigen Darbietungenvon etwa 15.000 mitgereisten Fans frenetisch angefeuert wurde,war aber auch das Mittelfeld, in dem Bernd Schneider und TorstenFrings nicht die erhofften Impulse gaben.
 
Starke Abwehr der Letten
Auffälligster deutscher Spieler war einmal mehrder Stuttgarter Philipp Lahm, der mit seiner Laufstärke undRisikobereitschaft auf der linken Seite manche Bresche schlug.Als mit Beginn der zweiten Halbzeit der 19-Jährige BastianSchweinsteiger für Schneider aufs Feld kam und Frings aufseine angestammte rechte Seite wechselte, wurde der Druck aufdas Bollwerk endlich größer. Die Chancen blieben jedochweiter ungenutzt. Frings (56.) und Ballack mit einem Freistoß(63.) fanden keine Lücke. Auch als sie es in der Schlussphasemit Thomas Brdaric für Kuranyi und der Brechstange versuchten,konnten die Angreifer den gegnerischen Riegel nicht knacken.
 
Kaum Torgefahr
Nach 20 Minuten mit wenig Tempo und Schwung hatteder dreifache Europameister die Begegnung besser in den Griffbekommen, doch wirkliche Torgefahr strahlten die Aktionen nichtaus. Und mit Distanzschüssen war der lettische Keeper AleksandrsKolinko nicht zu überwinden. Nacheinander versuchten Kuranyi(13./33.), Schneider (30.) und Ballack (33./37.) vergeblich ihrGlück.
 
Elfer vorenthalten
Fünf Minuten vor der Pause durften sich dieDeutschen bei Torhüter Oliver Kahn bedanken, dass es nichtsogar mit einem Rückstand in die Kabine gehen musste. DerSchlussmann rettete gegen den lettischen Ein-Mann-Sturm MarisVerpakovskis (40.), der sich im Sprinter-Tempo gegen ChristianWörns und Baumann durchgesetzt hatte. Vorausgegangen wareiner von mehreren Fehlern des Bremer Abwehrspielers, der sichals Unsicherheitsfaktor der Defensive erwies. Neun Minuten nachder Pause hatte Baumann Glück, dass der englische SchiedsrichterMichael Riley sein Foul an Verpakovskis im Strafraum nicht mitElfmeter ahndete.
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