Di, 21. Mai 2019
06.05.2019 13:23

Leser zu HTL-Skandal:

„Der Lehrer musste gehen - das Grundübel bleibt!“

Ein Thema, das seit Tagen die Runde macht, ist jener Vorfall, der sich in der HTL Wien-Ottakring zugetragen hat. Auf einem privat gefilmten Handyvideo ist ein Streit zwischen Schülern und einem Lehrer zu sehen - bis die Auseinandersetzung eskalierte: Der Lehrer bespuckte sogar einen der Schüler! Wie später bekannt wurde, kam diese Reaktion keineswegs aus dem Nichts: Der Lehrer wurde zuvor monatelang von den Schülern gemobbt und schikaniert.

Schüler, Lehrer, Schulleitung, Eltern: In diesem Fall gibt es viele Beteiligte - viele Personen, denen man die Schuld zuweisen könnte. Auch unsere Leser haben sich in den Storykommentaren kein Blatt vor den Mund genommen und den Eklat nochmals genauer beleuchtet.

Von einigen Usern wird heftig kritisiert, dass der Direktor und andere Lehrer angeblich von den Vorfällen gewusst, aber nichts dagegen unternommen haben sollen. So schreibt zum Beispiel Leser 0726: „Die mindesten Konsequenzen aus diesen ungeheuerlichen Vorfällen sind meiner Meinung nach: Der Direktor ist aus dem Schulwesen zu entfernen. Wenn Lehrkräfte die Schüler zum Mobbing angestiftet haben, dann sind diese ebenfalls aus dem Schulwesen zu entfernen. Der gesamte restliche Lehrkörper der HTL Ottakring ist von der Schule zu verweisen und auf andere Schulen zu verteilen. Jeder beteiligte Schüler ist auf Dauer vom Unterricht auszuschließen. Alle Vorfälle sind strafrechtlich zu prüfen und gegebenenfalls zu ahnden (gegen Schüler, Direktor und Lehrkörper). Die Verantwortung von übergeordneten Instanzen oder auch der Gewerkschaft wäre gesondert zu prüfen.“

Auch Leser Alexx findet kaum nette Worte für die Situation an der HTL: „Setzt endlich den inkompetenten Direktor ab und ersetzt ihn durch einen professionellen, werft die ersten zehn Horrorschüler raus, das ist der Anfang, um endlich wieder Ordnung herzustellen. Und wer meint, er könnte Lehrer schlagen und provozieren, ist raus, so lange, bis auch der Aggressivste weiß, was Sache ist!

Viele unserer Leser suchten die Schuld nicht bei der Schulleitung oder im Bildungssystem, sondern im privaten Umfeld der betroffenen Schüler. 1bella fragt sich: „Wo sind die Eltern, die es nicht geschafft haben, ihre Kinder zu erziehen, ihnen Respekt beizubringen und ihnen Werte zu vermitteln?“ Auch Leser SuperSachen hat an diesem Punkt Kritik zu üben: „Schüler und der Umgang bzw. der nötige Respekt ist doch Tagesthema. Schon in den Volksschulen wird das totgeschwiegen! Da beschimpfen sieben- bis achtjährige Kinder schon die Lehrer. Schuld sind die Eltern!“

Arbeiter2018 sieht die Schuld direkt bei den Schülern: „Wenn man sich die ganze Problematik anschaut, ist es heutzutage kein Wunder mehr, dass man sich mit solchen Themen beschäftigen muss. Diese Herrschaften werden später im Berufsleben viel mehr Probleme bekommen als jetzt in der Schule. Wenn die Schüler schon jetzt keinen Respekt vor anderen haben, was wird im Berufsleben sein? Chef terrorisieren, Kunden, Kollegen? Würde mich nicht wundern, wenn da beim AMS kaum Chancen bestehen, solche „Arbeitssuchende“ vermitteln zu können. Mir tun die Firmen schon jetzt leid, die sich mit diesem Thema beschäftigen müssen. Ja, früher war es auch nicht immer einfach, aber diese Vorgehensweise geht gar nicht! Und wer kommt für die Kosten auf? Die ganzen anständigen Leute.“

Bei dem gemobbten Lehrer sahen unsere Leser kaum Schuld an der Sache. Leser Grantler fasst zusammen: „Der Lehrer musste gehen - das Grundübel bleibt!“, und fügt in einem weiteren Kommentar noch an: „Was dieser Lehrer alles erdulden/ertragen musste. Wie heute zu lesen u.a. mit Papierkugeln/Tischtennisbällen beworfen. Sie tanzten ausgelassen zu Balkanmusik und ein übergewichtiger Schüler entblößte seinen Oberkörper. Der Lehrer wurde eingekesselt. Körperliche Attacke samt Trillerpfeife ins Ohr. Gut, dass dies filmisch festgehalten wurde!“

Dass es solche Vorfälle nicht nur in besagter HTL, sondern auch an anderen Schulen gibt, wird deutlich, wenn man die persönlichen Erfahrungen liest, die die Leser mit uns geteilt haben. Episkeptiker berichtet: „Zu meiner Schulzeit gab‘s was Ähnliches. Es war eine Hetz, aber keine bösartige. Der Lehrer war zu gutmütig, aber niemand wäre gegen ihn tätlich geworden. Es war ein Freifach, er musste nicht und wir mussten nicht. Die Direktion hat durch Zufall Wind bekommen und eingegriffen, war aber - wie auch im Übrigen - unfähig, unfähig uns etwas nachzuweisen, weil der Lehrer selbst schwieg.

Leser diplwolf hat in seinem persönlichen Umfeld auch einen ähnlichen Fall erlebt, der allerdings gelöst werden konnte. Er erzählt: „Ich kenne persönlich einen Fall, bei diesem der Direktor einen Schüler in die Direktion holte und ganz klar zum Ausdruck brachte: Sie nehmen hier einem guten Schüler den Platz weg. Im Wiederholungsfall verlassen Sie die Schule. Das hatte gewirkt, denn das Echo von den Eltern wollte er dann doch nicht.“

Wie die Schule nun auf den Vorfall reagiert, bleibt abzuwarten.

Haben Sie in Ihrer Schulzeit ähnliche Erfahrungen gemacht, oder haben Sie Lösungsvorschläge parat? Teilen Sie Ihre Meinung gerne mit uns unten in den Storykommentaren oder auf Facebook!

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