25.04.2019 19:03 |

Test-Bomben gezündet

Sri Lanka: Ermittler ließen IS-Attentäter laufen

Das verheerende Oster-Massaker in Sri Lanka hätte möglicherweise verhindert werden können! Einer der Drahtzieher, Imsath Ibrahim, war bereits vor Monaten von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Doch es gab keine ausreichenden Hinweise auf einen Terroranschlag auf der Urlaubsinsel - also ließen die Ermittler ihn wieder laufen. Wenige Wochen nach der Freilassung von Imsath Ibrahim sprengte er mit seinem Bruder Ilham die Hotels Shangri-La und Cinnamon Grand in Colombo.

Die beiden Brüder gelten laut FBI, Scotland Yard, Interpol und der örtlichen Polizei als Drahtzieher der Terrorwelle mit Hunderten Toten auf Hotels und Kirchen. Unterstützung erhielten die Brüder vom Vater, dem millionenschweren Gewürzhändler Mohamed Ibrahim. Weitere Familienmitglieder und Freunde stehen in Verbindung mit der Bombenserie. Mohamed Ibrahim befindet sich derzeit in Haft und wird verhört, bestätigte die sri-lankische Polizei am Donnerstag. Mittlerweile wurden 73 Verdächtige in Gewahrsam genommen.

Test-Anschläge Anfang April
Bereits vor Wochen wurden zahlreiche Terror-Verdächtige von der Polizei beobachtet, jedoch gab es keine hinreichenden Hinweise für entsprechende Pläne. Weiters deckten die Ermittler auf, dass die IS-Terroristen Test-Anschläge Anfang April verübt hatten. Sie sprengten unter anderem ein Motorrad in Colombo.

Kupferfabrik als Bombenwerkstatt
Eine Kupferfabrik in einem Vorort der Hauptstadt gilt als Bombenwerkstatt der Attentäter. Imsath Ibrahim war Mitbegründer der Firma. Ermittler gehen davon aus, dass sie nun auf den Hauptsitz der Terrorzelle gestoßen sind. Nachdem sich Imsath von seiner Frau verabschiedet hatte, stürmte er ein Hotel und zündete einen Sprengsatz.

Opferzahl nach Autopsien deutlich nach unten korrigiert
Am Donnerstagabend korrigierten die sri-lankischen Behörden die Opferzahl überraschend massiv nach unten: Nach Abschluss der Autopsien liege die Zahl der Todesopfer nun bei 253. Zuletzt war man von bis zu 359 ausgegangen. Laut Gesundheitsministerium waren nach den Explosionen am Ostersonntag mehrere schwer verstümmelte Leichen doppelt gezählt worden.

Kronen Zeitung

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