06.04.2019 07:30 |

Bei Alkoholmissbrauch

Hirnschäden schreiten auch Wochen nach Entzug fort

Alkoholbedingte Hirnschäden schreiten auch nach dem Entzug für mindestens sechs Wochen fort. Das hat nun ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Zentralinstituts für seelische Gesundheit im deutschen Mannheim herausgefunden. Bisher war davon ausgegangen worden, dass sich durch Alkoholkonsum verursachte Schäden schnell zurückbilden, wenn mit dem Trinken Schluss ist.

Von den nachfolgenden Schädigungen betroffen ist demnach vor allem die weiße Substanz des Gehirns. Sie spielt eine wichtige Rolle für Lernen und Gedächtnisbildung und besteht überwiegend aus Nervenfasern, die verschiedene Bereiche des Gehirns verbinden.

Mit MRT mikrostrukturelle Schädigungen nachgewiesen
Die Wissenschaftler untersuchten bei mehr als 90 Patienten die Veränderung im Nervengewebe nach dem Alkoholentzug mit einer speziellen Methode der Magnetresonanztomographie. Dadurch konnten ausgedehnte mikrostrukturelle Schädigungen nachgewiesen werden.

Dass diese selbst über einen Zeitraum von mindestens sechs Wochen nach der Entgiftung noch fortschreiten, ist den Forschern zufolge womöglich auf eine alkoholbedingte Entzündungsreaktion im Gehirn zurückzuführen. Dies könnte auch für die hohe Rückfallrate von Patienten, insbesondere während der frühen Phase der Abstinenz, verantwortlich sein, schreiben die Forscher im Fachjournal „JAMA Psychiatry“.

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