04.04.2019 15:09 |

Interview

„Ein historisches Tief beim Personal“

SPÖ-Chef Walter Steidl hat vor zwei Jahren damit begonnen, zweimal pro Jahr im Innenressort konkrete Personalzahlen abzufragen.

Warum fragen sie direkt im Innenministerium nach der Zahl der Polizei-Beamten in Salzburg?

Die Statistik der Polizei hat stets vieles vernebelt, sie wurde extrem gedehnt, die Zahlen sind immer irgendwie so davon geflutscht. Wir wollten aber reelle Zahlen haben, darum die Nachfrage.

Was sagen sie zum aktuellen Fehlstand?

Der Personalstand hat sich gerade noch auf der historischen Talsohle halten können, was zur Folge hat, dass der aktuelle Dienstbetrieb nur mit vielen Überstunden aufrecht zu erhalten ist. Das geht zu Lasten des Familienlebens und oft genug auch zu Lasten der Gesundheit.

Jetzt sagt der Polizei-Chef: Wir haben ja auch 237 Polizeischüler mehr, die er im Alltag dazu rechnet

Das ist realitätsfremd. Im Spital würde ja auch niemand auf die Idee kommen, einen Studenten als vollwertigen Arzt mitzuzählen. Das ist ein Unfug und Schönfärberei.

Wie könnte man die Situation entschärfen?

Dadurch, dass man zusätzliche Ausbildungsangebote entwickelt, mit einer Aufgabenreform die Arbeitsweise verändert und die Beamten nicht ewig mit Schreibtischarbeit eindeckt. Und natürlich durch eine noch attraktivere Bezahlung. Schließlich halten die Polizistinnen und Polizisten jeden Tag für unsere Sicherheit den Kopf hin.

Wie beurteilen sie die schlechte Personalsituation?

Die Polizeispitze hat kein Auge für die Realität, man lebt hier in einer Traumwelt. Wer über Jahre hinweg die Situation falsch einschätzt, kann sie auch nicht korrigieren. Das ist das Problem.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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