Mo, 18. März 2019
13.03.2019 18:20

Trotz geschädigter DNA

Biologische Aktivität in Mammut-Zellkernen erweckt

Japanischen Genetikern ist es eigenen Angaben zufolge gelungen, Zellkerne eines geschätzte 28.000 Jahre alten Wollhaarmammuts im Labor zu aktivieren. Die bei dem Experiment verwendeten Zellkerne stammten demnach aus Proben eines im Jahr 2010 im sibirischen Permafrost gefundenen, gut erhaltenen Tieres, dem man den Spitznamen „Yuka“ verpasst hatte.

Wie ein Team um Kazuo Yamagata von der Kindai University im Fachjournal „Scientific Reports“ berichtet, habe man zellkernartige Strukturen, die man der fünf Tonnen schweren Mammut-Dame entnommen hat, in die Eizellen von Mäusen injiziert. In diesen habe man „Anzeichen für biologische Aktivitäten“ der Mammut-Zellkerne sichtbar machen können, so die Forscher.

Die volle Aktivierung der Zellkerne bis hin zur Zellteilung (eine solche ist für die Entwicklung von Organismen notwendig, Anm.), sei aber nicht gelungen. Das habe vermutlich mit Schädigung der Mammut-DNA durch den Frost zu tun, schreiben die Wissenschaftler.

Tier durch Permafrost hervorragend erhalten
„Yuka“, das am besten erhaltene Mammut, das bis dato gefunden wurde, war im Jahr 2010 entdeckt worden. Die Permafrost-Kälte hatte den Dickhäuter derart gut konserviert, dass sogar noch Teile des wolligen Felles vorhanden sind. Im Zuge der globalen Erwärmung tauchen in Russlands Norden immer wieder Überreste von Mammuts auf, wenn der üblicherweise rund ums Jahr gefrorene Permafrostboden an manchen Stellen auftaut.

Mammuts starben vor rund 4000 Jahren aus
Die ersten Mammuts lebten Schätzungen zufolge vor 4,8 Millionen Jahren, die letzten starben vor rund 4000 Jahren aus. In Studien wird entweder der Klimawandel oder die Ausrottung durch den Menschen als Grund für ihr Verschwinden vermutet.

Forscher träumen davon, Mammuts zu klonen
Die Funde von gut erhaltenen Mammutkadaver haben bei Forschern in aller Welt die Hoffnung geweckt, die ausgestorbene Elefanten-Gattung eines Tages klonen zu können. In den vergangenen Jahren haben Wissenschaftler aus Russland, Südkorea und Japan bereits mehrfach angekündigt, Mammuts klonen zu wollen.

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder

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