Mi, 20. März 2019
09.03.2019 19:58

Die lebende Legende

Marcel Hirscher: „Unfassbar, wie die Zeit vergeht“

Marcel Hirscher hievt sich in immer größere Höhen! Bei der WM in Aare krönte er sich mit Slalom-Gold zum erfolgreichsten Alpin-Skiläufer bei Welt-Titelkämpfen, in Kranjska Gora brachte er zum achten Mal den Gesamtweltcup auf die Habenseite. Der letzte Gesamtweltcup-Sieger vor Hirscher war 2011 der Kroate Ivica Kostelic, daran konnte sich der Salzburger spontan überhaupt nicht mehr erinnern. „Volksschule und Hauptschule zusammen, das ist eine lange Zeit“, verdeutlichte Hirscher die Zeitspanne seiner Vormachtstellung. „Unfassbar, wie die Zeit vergeht.“ Neben ihm ist mit dem Schweizer Carlo Janka (2010) nur noch ein weiterer Gesamtweltcup-Sieger aktiv.

Besonders freuen den 30-jährigen Hirscher auch „die zwei kleinen Kugeln extra“. Jene im Riesentorlauf ist ihm stets ein besonderes Anliegen. „Es sind heuer coole Rennen zustande gekommen. Alta Badia wird mir auf ewig in Erinnerung bleiben. Das war ein Wow-Erlebnis.“ Es war sein sechster Sieg dort in Folge, er hatte den zweitplatzierten Franzosen Thomas Fanara um 2,53 Sekunden auf Distanz gehalten. Dass sich seine Karriere jemals so entwickeln würde, hatte Hirscher nie für möglich gehalten, das hat er schon oft betont. Als sie dann im Laufen war, wagte aber auch der Annaberger Ausblicke. „Als ich fünfmal den Gesamtweltcup gewonnen habe, da habe ich mir gedacht, ja vielleicht geht es noch ein- oder zweimal. Ich bin mir von Jahr zu Jahr sicherer geworden, wie ich das Ganze bewältigen kann.“

Das erste Jahr habe sich ergeben, das zweite sei eine harte Aufgabe gewesen, das dritte mehr oder weniger erzwungen. „Und dann ist es wieder leichter geworden und bergauf gegangen, weil ich mich an das Ganze gewöhnt habe, auch an das ganze Drumherum. Diese Saison war vielleicht sogar besser als die letzte.“ Für solche Erfolge brauche es den familiären Background und ein wahnsinnig gutes Team, erklärte Hirscher. Seines sei so lange an seiner Seite, man kenne sich so gut, dass es oft keine Worte mehr brauche. Wille, Talent und Fleiß allein würden es nicht ausmachen, es brauche die Kombination. „Talent allein reicht nicht, und viel arbeiten ohne Talent bringt dir auch nicht viel.“

Die Zukunftsentscheidung wird Hirscher erst wieder in den wärmeren Monaten treffen. Er wolle jetzt auch noch nicht klarer sehen, denn die Vorstellung auf nur noch ein paar Rennen „sei arg“. Er brauche jetzt ein, zwei Monate: „Was außer Frage steht, ist die große Liebe zum Sport. Das wird auf ewig sein.“ Mit elf Medaillen bei Weltmeisterschaften zog Hirscher heuer mit dem Luxemburger Marc Girardelli und dem Norweger Lasse Kjus gleich, nur noch der Norweger Kjetil Andre Aamodt (12) liegt vor ihm. An den Farben der Medaillen gemessen, thront er mit sieben Goldmedaillen und vier Silbernen nun vor Toni Sailer (7/1/0). Auf Weltcup-Ebene fehlen dem vierfachen Welt-Alpinskisportler des Jahres und fünffachen Sportler des Jahres in Österreich mit 68 Siegen noch 18 auf die Bestmarke des Schweden Ingemar Stenmark.

Bei den Winterspielen im Februar 2018 in Pyeongchang machte der Absolvent der Hotelfachschule Bad Hofgastein, der sein erstes Weltcuprennen am 17. März 2007 als Junioren-Weltmeister im Riesentorlauf in Lenzerheide fuhr, die Karriere mit zwei Goldmedaillen rundum perfekt. Es waren wichtige Mosaiksteinchen im Erfolgspuzzle des Atomic-Piloten, an dem er aber immer noch kräftig zubaut. Wie lange Hirscher noch weiterfährt, ist offen. Sein Leben hat sich im vergangenen Jahr stark verändert. Im Juni heiratete er seine Langzeitfreundin Laura, Anfang Oktober wurden sie Eltern eines Buben. Es gäbe jetzt „mehrere Prioritäten“, er wolle seine Rolle als Familienvater „sehr ernst nehmen“. Deshalb hält Hirscher das Rahmenprogramm rund um die Rennen sehr knapp, erfüllt nur die Pflicht.

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