09.03.2019 18:51 |

Biathlon-WM

Top-Favorit Johannes Thingnes Bö holt Sprint-Gold

Zum Auftakt der Biathlon-Bewerbe der Herren bei den Weltmeisterschaften in Östersund hat Johannes Thingnes Bö einen Favoritensieg gelandet. Der 25-jährige Norweger setzte sich im Sprint 13,7 Sekunden vor dem Russen Alexander Loginow und 16,5 Sekunden vor dem Franzosen Quentin Fillion Maillet durch. Bester Österreicher im 10-km-Rennen wurde unmittelbar vor seinem Landsmann Julian Eberhard Simon Eder als 15.

Der Salzburger holte damit das Optimum aus seinen Möglichkeiten heraus, nachdem er am Mittwoch nach eingefangener Verkühlung in der Heimat noch beim Arzt gewesen war. „Die Leistung war perfekt, mehr hätte ich nicht herausholen können“, sagte der 36-Jährige. Im Laufen würde es aber noch nicht optimal funktionieren. „Mir fehlen die Trainingstage und die intensiven Einheiten. Die Rennen sind aber wichtig, damit ich für nächste Woche den Schwung habe.“

Am Schießstand war Eder als einziger der vier ÖSV-Aktiven makellos, daher in der Ergebnisliste vor seinen Landsleuten. Eberhard schoss liegend und stehend je einmal daneben, ihm fehlten bei einem Rückstand von 1:21,5 Minuten 6,7 Sekunden auf Eder. „Ich habe mit einem Fehler begonnen. Danach wusste ich, dass ich das Herz in die Hand nehmen muss und habe alles auf eine Karte gesetzt, da es eine WM ist.“ Die Verhältnisse mit leichtem Schneefall behagten Eberhard als gutem Läufer nicht. Er bezeichnete sie als „worst case“.

Landertinger hatte das Handicap der Nummer 1. „Das war nicht ganz so optimal, weil hintenraus ist es ein bisschen schneller geworden. Es war nicht ganz so schlecht, aber für eine Medaille war es bei Weitem zu wenig.“ Landertinger lag im Endeffekt 1:25,1 Minuten zurück, bei Felix Leitner waren es als 36. und auch einem Fehlschuss 1:56,5. „In der Loipe war es in Ordnung, vor allem am Anfang war ich sehr spritzig und konnte einen guten Zug laufen. Der Rückstand auf die Spitze ist aber schon enorm“, erklärte der WM-Debütant.

Alle vier Österreicher kamen in die Weltcup-Punkte (Top 40) und qualifizierten sich auch locker für die 12,5-km-Verfolgung am Sonntag (16.30 Uhr). „Die Ausgangsposition ist ganz eine gute“, meinte Landertinger, sah es aber ebenso realistisch wie Eder: „Eine Medaille wird ganz schwierig.“ Noch davor findet ab 13.45 Uhr die 10-km-Verfolgung der Damen statt, die rot-weiß-roten Farben vertreten dabei Katharina Innerhofer und Julia Schwaiger.

Bö war schon 2015 in Kontiolahti Sprint-Weltmeister geworden, der Saison-Dominator hat nach erneut bärenstarker Laufleistung nun 13 von 19 Weltcup-Saisonrennen gewonnen. Denn die WM-Bewerbe zählen auch zum Weltcup. Damit fehlt Bö noch ein Erfolg, um die Rekordmarke von Martin Fourcade einzustellen. Der Franzose blieb im Gegensatz zu Bö fehlerfrei, büßte aber in der Loipe zu viel ein, wurde Sechster (+32,5). Bronze nur um 0,3 Sekunden verpasste der ukrainische Überraschungsmann Dmytro Pidrutschnji als Vierter (0).

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