20.02.2019 14:21 |

Talk mit Katia Wagner

„Trump ist ein Elchtest für die Weltpolitik“

Nach 13 Jahren hat am Mittwoch wieder ein US-Präsident einen österreichischen Regierungschef im Weißen Haus empfangen. Für Gesprächsstoff zwischen Bundeskanzler Sebastian Kurz und US-Präsident Donald Trump war gesorgt - zwar herrscht bei manchen Themen Einigkeit, vielfach liegt man aber vor allem wegen Trumps sprunghaften Politikstils über Kreuz. Wie unberechenbar Trump ist, darüber diskutierten am Mittwoch im „Krone“-Talk mit Katia Wagner Andreas Schieder, SPÖ-Spitzenkandidat bei der EU-Wahl, Johann Gudenus von der FPÖ sowie Politik-Berater und US-Experte Thomas Hofer. Oben sehen Sie die Highlights der Sendung, das gesamte Video finden Sie hier!

Vor der Sendung meldete sich der Bundeskanzler mit einer Videobotschaft zu Wort. Er betonte, wie wichtig das Treffen für Österreich als exportorientiertes Land sei.

Hofer meint, dass Österreich bei dieser Gelegenheit die Möglichkeit hat, sich bestens zu präsentieren: „Der Bundeskanzler kann auf der PR-Ebene zeigen, dass Österreich größer, ist als manche vermuten möchten. PR-technisch ist das ein guter Schachzug.“ Man könne aber nicht erwarten, in einem 20-Minuten-Gespräch alle Probleme lösen zu können. Solche Erwartungen würde auch niemand haben. Der US-Präsident sei für Europa eine Herausforderung: „Donald Trump ist für mich der ultimative Elchtest für die transatlantischen Beziehungen“, so der Fachmann.

Politikexperte ortet Gemeinsamkeiten beim Thema Asyl
Beim Thema Migration gebe es Gemeinsamkeiten zwischen Kurz und Trump. „Es gibt zwar einen deutlichen Unterschied, wie Kurz und Trump das Thema Migration erklären, aber natürlich gibt’s da auch Parallelen“, so Hofer. Einen großen rot-weiß-roten Einfluss dürfe man nicht erwarten: „Es wird nicht so sein, dass man sagen kann, Kanzler Kurz paukt Trump seine Meinung“, meint der Politikexperte. Der US-Präsident werde das Treffen bestimmt verwenden, um seine eigene Position zu stärken: „Trump wird schon versuchen, das Treffen mit Kurz insofern zu nutzen, als er damit zeigen kann, dass die Kritik von Macron und Merkel an ihm nicht so ernst zu nehmen ist.“

Schieder: „Trump und Kurz sind beide Populisten“
Schieder denkt, dass Trump Europa spalten möchte. „Erstens muss man sagen, dass Donald Trump Europa schwächen will. Zweitens finde ich ihn auch gefährlich“, warnt der SPÖ-Politiker. Er sieht ebenfalls Gemeinsamkeiten der zwei Staatsoberhäupter„Trump und Kurz sind beide Populisten. Ob das dem Volk immer hilft, das werden wir erst sehen.“

Schieder warnt: „Einer, der Abrüstungsabkommen kündigt, legt meiner Meinung nach eine gefährliche Politik an den Tag.“ So ein Treffen sei natürlich eine seltene Gelegenheit für Österreich, aber: „Was bleiben wird, ist ein schönes Foto.“ Den europäischen Lebensstil sollte man behalten und sich nichts von den USA abschauen. Die EU sollte seiner Meinung nach selbstbewusster auftreten: „Es heißt nicht automatisch, militärisch aufzutreten. Das kann auch diplomatisches, humanitäres Auftreten bedeuten.“ Europa müsse außerdem näher zusammenrücken.

Gudenus: „Es wird durchaus ein kontroversielles Gespräch werden“
Auch Gudenus hält das Treffen für eine gute Sache, da in Wien viele internationale Organisationen angesiedelt sind - auch wenn die Zeit eher knapp bemessen ist. Solche Treffen würden schließlich Wochen im Vorhinein vorbereitet: „Das persönliche Gespräch ist quasi die Abrundung einer Diskussion, die schon über viele Wochen gelaufen ist.“ Er ist überzeugt, dass auch kritische Themen wie Handelskrieg und Strafzölle angesprochen werden: „Es wird durchaus ein kontroversielles Gespräch werden.“

Dass Trump einen Keil zwischen europäische Länder treiben wolle, hält Gudenus für überzogen: „Es ist ja nicht gesagt, wenn Trump einen hohen Politiker aus der EU trifft, dass es da gleich um Spaltung geht.“ Ob Europa dem Wunsch der USA nachkommen soll, IS-Terroristen aus Europa wieder ins Land zu lassen? „Es ist die Frage, ob man Menschen, die sich an Krieg und Massenmord beteiligt haben, wirklich zurücknehmen soll“, gibt Gudenus zu bedenken.

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