Fr, 22. Februar 2019
11.02.2019 10:25

MI6-Operation

Atomexperte aus Iran durch Österreich geschmuggelt

Der britische Auslandsgeheimdienst MI6 hat offenbar einen abtrünnigen iranischen Atomwissenschaftler getarnt als Flüchtling über Österreich nach Großbritannien geschmuggelt. Die letzte Etappe seiner Reise habe den Mann am Silvestertag mit einem Dutzend iranischer Flüchtlinge in einem Schlauchboot vom französischen Calais aus auf die Insel geführt, wo man in Lydd in der Grafschaft Kent an Land ging, berichtet die britische „Daily Mail“.

Der 47-jährige Atomexperte habe demnach Informationen über das iranische Nuklearprogramm und soll vor Jahren an der Planung eines Attentates auf den damals führenden iranischen Atomwissenschaftler Mostafa Ahmadi Roshan beteiligt gewesen sein. Roshan und dessen Fahrer starben am 11. Jänner 2012 bei einem Bombenanschlag. Die Führung in Teheran wirft Israel und den USA vor, in das Attentat verwickelt gewesen zu sein.

In Gruppe von Flüchtlingen versteckt
Der abtrünnige Atomexperte sei mithilfe des israelischen Geheimdienstes Mossad von seiner Heimat in das Nachbarland Türkei geschmuggelt worden und dann über Griechenland, Albanien, Serbien, Kroatien, Slowenien, Österreich und Deutschland nach Frankreich gelangt. Da man den Mann von dort nicht einfach offiziell nach England fliegen habe können, hätten sich der US-Geheimdienst CIA, der Mossad und der MI6 entschlossen, ihn versteckt in einer Gruppe iranischer Flüchtlinge auf dem Seeweg auf die Insel zu bringen, so die „Daily Mail“.

Gemeinsame Aktion von CIA, MI6 und Mossad
Die Aktion sei von den drei Geheimdiensten bereits im Oktober vergangenen Jahres geplant worden. Nach der Ankunft des 47-jährigen Atomtechnikers in Großbritannien habe der MI6 den Mann zum iranischen Atomprogramm befragt und anschließend in die USA ausreisen lassen.

Die USA waren im Mai aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 ausgestiegen und hatten Anfang August und Anfang November neue Finanz- und Handelsbeschränkungen gegen Teheran verhängt. Die anderen Unterzeichnerstaaten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China bemühen sich dennoch, das Atomabkommen zu retten und den Handel fortzuführen.

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