So, 17. Februar 2019
21.01.2019 14:25

„Planloser Abzug“

„Trump gefährdet Leben der US-Soldaten in Syrien“

US-Präsident Donald Trump hat auch nach dem Selbstmordanschlag mit amerikanischen Todesopfern in Syrien den angekündigten Truppenabzug aus dem Land verteidigt. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren seien 99 Prozent des von der Terrormiliz Islamischer Staat gehaltenen Territoriums zurückerobert worden, sagte er am Samstag. „Irgendwann will man unsere Leute zurück nach Hause bringen.“ Doch den planlosen Abzug sehen hochrangige Militärs äußerst kritisch. Der ehemalige Sondergesandte für den Kampf gegen den IS, Brett McGurk, meinte in der Nacht auf Montag: „Es gibt keinen Plan, was als Nächstes kommen soll.“ Dies bedeute erhöhte Risiken für die US-Truppen.

Nur wenige Stunden nach der gegenüber dem Sender CBS geäußerten Kritik wurde erneut ein Konvoi der Anti-IS-Allianz zum Ziel eines Selbstmordanschlags - diesmal in der von Manbidsch rund 460 Kilometer östlich gelegenen Provinz Hasaka (siehe Karte unten). Laut Aktivisten der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab es fünf Tote. Zudem sollen zwei US-Soldaten verletzt worden sein. Diese Zahlen wurden von offizieller Seite nicht bestätigt. Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion habe sich an einer Straßensperre kurdischer Kräfte nahe der Stadt Shadadi ereignet.

Trump hatte kurz vor Weihnachten den vollständigen Abzug der rund 2000 US-Soldaten aus Syrien angekündigt, da der Kampf gegen die IS-Miliz „gewonnen“ sei. Die Ankündigung veranlasste Verteidigungsminister Jim Mattis und McGurk zum Rücktritt. „Der Präsident hat klargemacht, dass wir abziehen“, sagte McGurk. Dies bedeute, dass sich das Militär darauf konzentrieren solle, „sicher abzuziehen“.

Abzug „macht Platz für den IS"
Aber: „Derzeit haben wir keinen Plan. Das erhöht das Risiko für unsere Leute an Ort und Stelle in Syrien und macht Platz für den IS.“ Die USA könnten überdies nicht erwarten, dass ein „Partner“ wie etwa der NATO-Verbündete Türkei die Rolle der USA in Syrien einnehme.

Am vergangenen Mittwoch waren bei einem Selbstmordanschlag in der nordsyrischen Stadt Manbidsch vier US-Bürger getötet worden, darunter zwei Armeeangehörige und der Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma. US-Medienberichten zufolge handelte es sich bei dem vierten Toten um eine Übersetzerin mit syrischen Wurzeln. Der IS reklamierte die Tat für sich.

Machthaber Assad gestärkt
Kurz nach dem Anschlag hatte McGurk bereits gesagt, Trump habe dem IS mit seiner Ankündigung zum Truppenabzug Auftrieb verschafft. Überdies würden damit Syriens Machthaber Bashar al-Assad gestärkt und der Einfluss der USA gegenüber Russland und dem Iran, die Assad militärisch unterstützen, geschwächt.

 krone.at
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