Auch in Österreich

Iran-Krieg: Terrorgefahr durch Mullah-Agenten

Ausland
03.03.2026 17:00

Die Lage im Nahen Osten spitzt sich zu – und die Funken fliegen bis nach Europa. Nach den jüngsten Eskalationen zwischen Israel, den USA und dem Iran warnen Experten vor einer neuen, gefährlichen Qualität der Bedrohung. Auch Österreich steht im Fadenkreuz. Terrorexperte Nicolas Stockhammer zeichnet im Gespräch ein düsteres Bild: Die Gefahr ist so hoch wie lange nicht mehr.

Von Wien bis Berlin herrscht Nervosität in den Sicherheitsbehörden. Der Grund: Das Mullah-Regime in Teheran hat zum Gegenschlag ausgeholt. Nach der Eliminierung ranghoher Geistlicher und Militärs rief die Führung in Teheran zur Rache auf. Was wie ferne Rhetorik klingt, hat für uns ganz reale Konsequenzen.

Bisher galt die Sorge der Geheimdienste primär dem sunnitischen Islamismus, etwa dem IS oder der Al-Qaida. Doch das Blatt hat sich gewendet. „Es besteht eine vergrößerte Terrorgefahr aufgrund der aktuellen Lage in Bezug auf den Iran“, erklärt Terrorexperte Nicolas Stockhammer. Durch die Fatwa – einen religiösen Rechtsspruch – der Mullahs sei nun auch die schiitische Szene mobilisiert.

Terrorexperte Nicolas Stockhammer warnt.
Terrorexperte Nicolas Stockhammer warnt.(Bild: Reinhard Holl)

Diese Gruppe ist zwar kleiner, aber extrem gut organisiert. Stockhammer warnt: „Es ist von oberster Stelle im Mullah-Regime adressiert und von dort aus koordiniert worden.“ Das bedeutet: Der Terror ist kein Zufallsprodukt, sondern staatlich gelenkt. Warum aber sollte ausgerechnet das neutrale Österreich gefährdet sein? Die Antwort ist simpel wie beunruhigend: Österreich gilt im Iran als israelfreundlich.

Der Arm der iranischen Revolutionsgarden ist lang.
Der Arm der iranischen Revolutionsgarden ist lang.(Bild: AFP/ATTA KENARE)

Zudem verlagert sich der Nahostkonflikt durch die Mullah-Agenten im Land direkt vor unsere Haustür.  Es sei davon auszugehen, dass zahlreiche Personen sich über diplomatische Vertretungen in Europa aufhalten. Die Gefahr durch „Schläfer“ – also Personen, die unauffällig leben, bis sie den Befehl zum Angriff erhalten – ist real.

Ein neues „9/11“, also ein Anschlag mit Flugzeugen auf Hochhäuser, gilt als unwahrscheinlich. Experten erwarten eher Angriffe auf US-amerikanische und jüdische Einrichtungen, wie etwa Synagogen.

In Österreich herrscht die zweithöchste Terrorwarnstufe.
In Österreich herrscht die zweithöchste Terrorwarnstufe.(Bild: krone.at/Patrick Puchinger)

Solche Taten kosten kaum Geld, erzeugen aber maximale Angst. Der Anschlag wie im Pariser Bataclan im Jahr 2015 hat etwa 14.000 Euro gekostet. Das kann sich auch der Iran trotz Krieg und internationaler Sanktionen noch leisten. Offiziell befindet sich Österreich seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 auf der zweithöchsten Warnstufe (4 von 5). 5 von 5 hieße, ein Anschlag ist bereits in Umsetzung oder kann nicht mehr verhindert werden. Österreichs Terrorwarnstufe liegt seit zwei Jahren Dunkelorange.

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