Mo, 27. Mai 2019
16.01.2019 13:50

Blüten als „Hörorgan“

Bienengeräusche sorgen prompt für süßeren Nektar

Die Schwirrgeräusche von Bienen oder Faltern regen offenbar bestimmte Blumen zur Produktion von süßerem Nektar an. Das haben israelische Forscher herausgefunden, die eine Nachtkerzenart namens Oenothera drummondii genauer unter die Lupe genommen hatten. Das weise darauf hin, dass die „Blüten als Hörsinnesorgan der Pflanze dienen“, so die Wissenschaftler der Tel Aviv University.

„Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass Pflanzen schnell auf ökologisch relevante Art auf das Geräusch von Bestäubern reagieren können“, berichten Wissenschaftler um Marine Veits in einer Studie. Die durchschnittliche Zuckerkonzentration im Nektar habe sich innerhalb von drei Minuten um rund 20 Prozent erhöht, so die Forscher.

Blüten dienen als „Hörsinnesorgan“
Die Flügelschläge der fliegenden Bestäuber erzeugen demnach Schallwellen, die sich schnell durch die Luft ausbreiten. „Wir zeigen, dass die Geräusche der Bestäuber und künstliche Geräusche mit den gleichen Frequenzen eine Vibration der Blütenblätter und eine schnelle Reaktion auslösen“, heißt es in der Studie. Dies deute „auf einen plausiblen Mechanismus hin, bei dem die Blüten als Hörsinnesorgan der Pflanze dienen“.

Die Forscher nahmen die Geräusche von Bienen und Faltern auf. Sie testeten diese Aufnahmen und Aufnahmen mit gleichen und anderen Frequenzen an mehr als 650 Blumen. Davor und danach analysierten sie den Nektar in den Blüten.

Blumen von Bestäubern abhängig
Die überwiegende Mehrheit von Blumen sei für die eigene Fortpflanzung abhängig von tierischen Bestäubern, wie Bienen oder Faltern. Daher sei es entscheidend für das Überleben der Pflanzen, bei Anwesenheit eines solchen Bestäubers besonders attraktiv zu erscheinen.

 Die Studie deute zudem darauf hin, dass Pflanzen auch durch Geräusche beeinflusst werden könnten, die der Mensch verursacht, schrieben die Forscher. Durch „die Fähigkeit zu hören“ könnten sie zudem auf Pflanzenfresser oder andere Tiere reagieren.

Bereits vor einigen Jahren berichteten US-Forscher, dass die Acker-Schmalwand ihre chemischen Abwehrmechanismen gegen Schädlinge hochfährt, wenn sie Kaugeräusche von Raupen wahrnimmt.

 krone.at
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