13.01.2019 19:19 |

Bürgermeister von Lech

„Weiß nicht, wo man nach Vermisstem suchen soll“

Absolute Lebensgefahr herrscht nach wie vor in weiten Teilen Österreichs, begibt man sich abseits der markierten Skipisten. Wie dramatisch Schwünge im Tiefschnee enden können, zeigt das schreckliche Drama, das sich am Samstag im Vorarlberger Lech zugetragen hatte. Vier Deutsche wurden von einer Lawine in die Tiefe gerissen, drei Männer tot gefunden, einer wird immer noch vermisst. Doch die Suche nach ihm wird zur großen Herausforderung …

Lawinenwarnstufe 3, eindringliche Warnungen der Experten, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen - und dennoch kam es am Samstag zu dem tödlichen Drama im Vorarlberger Lech. Wie berichtet, waren vier Männer aus Oberschwaben im Alter von 28, 32, 36 und 57 Jahren im Bereich „Langer Zug“ nördlich der Rüfikopf-Seilbahn von Schneemassen erfasst und die Tiefe gerissen worden.

Die Route, derzeit gesperrt, zählt zu einer der steilsten Abfahrten weltweit - an ihrer steilsten Stelle beträgt das Gefälle unglaubliche 80 Prozent - zum Vergleich: Die Skisprungschanze in Bischofshofen verfügt über ein Gefälle von 79 Prozent.

Suche derzeit zu gefährlich
Während drei der Verunglückten im Zuge einer Handyortung lokalisiert, jedoch nur noch tot geborgen werden konnten, gilt der jüngste der Männer weiter als vermisst. Doch derzeit nach ihm zu suchen, ist nicht möglich - zu gefährlich ist die Lage, erklärt der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel. Jede kleinste Bewegung könnte erneut zu einem Lawinenabgang führen. „Das ist für die Einsatzkräfte aktuell einfach viel zu gefährlich.“

Vermisster konnte nicht geortet werden
Doch nicht nur die Wetterlage - dichter Schneefall hatte erneut in der Nacht eingesetzt - macht die Suche nach dem Vermissten zurzeit unmöglich. „Man weiß nicht einmal, wo man suchen soll“, so Muxel weiter. Geortet werden konnte der 28-Jährigen bis dato nicht, hatte daher „offensichtlich auch kein Lawinenverschüttetensuchgerät dabei“, so der Bürgermeister gegenüber der „Bild“.

Freies Gelände meiden!
Wann die Suche nach dem Vermissten wiederaufgenommen werden kann, ist vorerst unklar. Mit einer Wetterbesserung und nachlassendem Schneefall wird laut Prognose erst im Laufe des Dienstags zu rechnen sein - bis dahin könnten jedoch noch eineinhalb Meter Neuschnee hinzukommen.

Aus diesem Grund bleibt auch weiterhin der Appell der Experten aufrecht, auf den markierten Pisten zu bleiben und auf Fahrten im freien Gelände unbedingt zu verzichten.

Christine Steinmetz
Christine Steinmetz
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