07.01.2019 16:32 |

Lage spitzt sich zu

Schneemassen: Bundesheer in Alarmbereitschaft

Aufgrund der prognostizierten anhaltenden Schneefälle sind in Tirol vier Lawineneinsatzzüge des Bundesheeres in Landeck, St. Johann in Tirol, Lienz und Hochfilzen in Bereitschaft gesetzt worden. Zusätzlich zum Landeshubschrauber und dem Bundesheerhubschrauber in Schwaz wurden drei weitere Helikopter für den Ernstfall angefordert!

„Tirol bereitet sich bestmöglich auf die unterschiedlichen Szenarien vor und trifft entsprechend Vorsorge. Unsere Expertinnen und Experten haben die Wettersituation genauestens im Blick, dadurch können wir bei Bedarf unverzüglich handeln“, betont Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Am Montag wurden Erkundungsflüge durchgeführt. Auch eine Expertengruppe in Absam wurde in Bereitschaft gesetzt.

Landeswarnzentrale rüstet sich
„In der Landeswarnzentrale wird ab Dienstag ein verstärkter Journaldienst eingerichtet und die Landeseinsatzleitung wird ab der zweiten Wochenhälfte in Rufbereitschaft gesetzt“, berichtet Herbert Walter, Vorstand der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz. Man sei in ständigem Kontakt mit den Einsatzorganisationen, um eine reibungslos ablaufende Informationskette zu gewährleisten. Bereits am Montagnachmittag soll eine erste Lagebesprechung in der Landeswarnzentrale stattfinden.

Katastrophenszenario droht
Im Laufe der Woche könnte sich - wie berichtet - die Lage in Tirol dramatisch zuspitzen. Wetterexperten rechnen nicht nur für Mitte der Woche, sondern auch am Wochenende - nach einer Atempause am Freitag - wieder mit beträchtlichen Schneemengen, diesmal im gesamten Landesgebiet. Sollten die Prognosen für das Wochenende wirklich zutreffen, sei eine „Katastrophensituation“ nicht auszuschließen, warnt Rudi Mair, Chef vom Lawinenwarndienst Tirol.

Lawinenwarnstufe 5 am Wochenende möglich
Die Lawinensituation in Tirol bleibt weiter kritisch. Im Laufe der Woche herrsche weiter „Warnstufe 4, im oberen Bereich“, also große Lawinengefahr, betont Mair. Sollten die prognostizierten Schneefälle eintreffen, sei am Wochenende indes sogar die höchste Lawinenwarnstufe, Stufe 5, „möglich“.

Sperren und Evakuierungen möglich
Stufe 5 bedeute, dass Infrastruktur gefährdet wäre und auch exponierte Gebäude möglicherweise evakuiert werden müssten. Zudem könnte es zu Talsperren kommen. Der Leiter des Lawinenwarndienstes weist aber darauf hin, dass oft auch einige Zentimeter weniger ausreichen, um die Situation schon wieder weniger dramatisch ausfallen zu lassen. Daher sei es für Prognosen hinsichtlich des Wochenendes noch etwas zu früh.

Bisher gab es nur zwei Mal Stufe 5
In den vergangenen 25 Jahren wurde laut Mair zweimal Stufe 5 ausgerufen - rund um das Lawinenunglück in Galtür 1999 sowie an zwei Tagen im vergangenen Jänner. Ein Vergleich mit der Situation vor der Galtür-Katastrophe könne trotzdem nicht gezogen werden, betont der Lawinenexperte: „Die Wetterlage war damals komplett anders.“ Damals seien vor allem die Seitentäler des Tiroler Oberlandes und damit die höheren Berge des Bundeslandes von massiven Schneefällen betroffen gewesen. In diesen Regionen Tirols würden ganz andere „geografische Gegebenheiten“ vorherrschen als im Tiroler Unterland, das bisher vor allem von den Schneefällen - besonders in den Kitzbüheler Alpen - heimgesucht worden war. Im Oberland sei bei großen Neuschneemengen das Potenzial an gefährlichen Lawinen größer, so Mair.

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